Genießt man Süßes oder Fleisch im Freien, hat man schnell lästige Mitesser Foto: dpa/Peter Zschunke

Kaum einen lässt es kalt, wenn der Gartentisch von Wespen umschwirrt wird. Doch was kann man machen, um trotzdem draußen essen zu können – und wie behandelt man im Fall der Fälle einen Stich?

Sommer und Wespen gehört wohl untrennbar zusammen – besonders dieses Jahr mit seinem warmen, frostfreien Frühjahr und der vielen Sonne. Im August erreicht das im Frühjahr von einer überwinterten Königin gegründete Wespenvolk sein Maximum. Der Naturschutzbund (Nabu) und andere Experten haben hilfreiche Infos, Tipps und Verhaltensregeln parat.

Wespen sind alles andere als unnütz

Im Gegensatz zur Honigbiene, die allgemein für ihren Fleiß und die Leistung, die sie für den Menschen erbringt, anerkannt ist, hat es die Wespe schwerer. „Die nervt doch nur, so ein unnötiges Insekt“, hört man regelmäßig Menschen im Sommer schimpfen. Doch das ist nicht richtig: Ihre Beutetiere sind unter anderem Fliegen, Läuse, Raupen und weitere Insekten, die dem Mensch unerwünscht sind und die er gerne chemisch bekämpft. Somit sind Wespen quasi natürliche „Schadinsekten-Vernichtungsmittel“ und leisten Landwirten und Gartenbesitzern wertvolle Dienste. Die Kehrseite dieses Appetits auf Eiweiß ist natürlich, dass diese Wespen auch von Wurst und Fleisch magisch angezogen werden. Bevor man also bei der nächsten Gartenparty nach den Wespen schlägt, sollte man lieber versuchen, sich mit ihnen zu arrangieren. Außerdem sind Wespen und ihre Nester durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Wer einzelne oder einen Staat im Nest tötet, dem droht ein Bußgeld.

Wie verhält man sich richtig?

Wespen stechen, sobald sie sich bedroht fühlen. Werden die Tiere am Terrassentisch lästig, sollten deshalb heftige Bewegungen oder Schlagen vermieden werden. Es gilt: Ruhe bewahren. Auch vermeintlich „sanftes“ Anpusten könnte nach hinten losgehen, denn das Kohlendioxid in der Atemluft ist ein Alarmsignal für die Tiere. Wespen lieben grundsätzlich Süßes. Während Grillfleisch zur Aufzucht der Brut genutzt wird, dienen Kuchen, Eis und Saft der eigenen Versorgung. Deshalb lohnt es sich, Nahrungsmittel im Freien konsequent abzudecken und Reste sofort wegzuräumen. Zudem sollte Kindern nach dem Essen gründlich der Mund abgewischt werden, um Gefahren zu vermeiden.

Leckere Futterquelle in Nähe aufstellen

Sinnvoll kann es sein, Wespen durch eine abseits stehende Flasche mit süßem Inhalt oder einem Teller mit Grillfleisch und/oder Kuchen abzulenken, ihnen also einen eigenen attraktiven Fressplatz einzurichten und sie so abzulenken. Das sollte in circa fünf bis zehn Metern vom Familientisch entfernt platziert werden.

Sprühnebel kann hilfreich sein

Statt eine Fliegenklatsche zu nutzen und die Wespe damit zu verfehlen und aggressiv zu machen, raten Experten dazu, eine Zerstäuberflasche zu benutzen, wie man sie auch zur Blumenpflege verwendet. Sprüht man den feinen Wassernebel in Richtung der Tiere, drehen sie ab, weil sie denken es regnet und sie sich deshalb in Sicherheit bringen wollen.

Kaffeepulver wirkt Wunder

Wolfgang Bogusch, Vorsitzender in den Nabu-Ortsvereinen Rudersberg und Schorndorf schwört dagegen auf eine ganz andere Taktik. Der Tipp kam von Freunden aus Frankreich. Er zündet Kaffeepulver an. „Das klappt zu 100 Prozent. Seit wir das am Tisch machen, können wir ungestört im Freien essen.“ Man nehme also einen Behälter, am besten ein Blechdeckel oder eine kleine Blechkiste, fülle Kaffeepulver hinein und zünde das Ganze an. „Das brennt nicht richtig, sondern es glimmt so vor sich hin. Das riecht wie bei einer Kaffeerösterei und man hat Ruhe durch den Rauch“, sagt Bogusch.

Was tun, wenn man doch erwischt wird?

Wenn man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und obwohl man die Ruhe selbst geblieben ist, doch einmal von einer Wespe gestochen wird, sollte man ebenfalls nicht in Panik verfallen. Wespenstiche führen bei gesunden Menschen – vom Kleinkind bis zum Senior – zu einer etwa zwei Tage lang druckempfindlichen Hautschwellung an der Einstichstelle und einem anfangs ziehenden Schmerz, bedeuteten aber keine weiteren Gesundheitsschäden. Ein Sonderfall sind allerdings Menschen mit allergischen Reaktionen auf Wespenstiche. Diese Allergie, die aber nur drei bis fünf Prozent der Bevölkerung betrifft, äußert sich in Reaktionen, die weit über eine lokale Schwellung hinausgehen. Bei Symptomen wie Ohnmacht, Schwindel, Übelkeit oder bei Stichen im Mund, sollte schnell ärztliche Hilfe geholt werden. Wespenallergiker erhalten Erste-Hilfe-Ausrüstungen und Medikamente von ihrem Arzt, die sie im Sommer bei sich haben sollten.

Hilfreiche Mittel gegen den Stich

Die Beschwerden – brennen, jucken, Schmerzen – lassen sich lindern, indem man unmittelbar nach dem Wespenstich Salmiakgeist auf die Stichstelle einmassiert. Auch Zitronensaft, eine halbe Zwiebel oder zerdrückter Spitzwegerich wirken lindernd. Mit Coolpacks lassen sich die Beschwerden weiter verringern. Zudem schwören neuerdings einige auf die Behandlung mit Wärme. Mit einem speziellen Stift wird die betroffene Hautstelle kurzzeitig auf rund 51 Grad erwärmt – so sollen ohne Chemie die Beschwerden schnell gelindert werden.

Sommer und Wespen gehört wohl untrennbar zusammen – besonders dieses Jahr mit seinem warmen, frostfreien Frühjahr und der vielen Sonne. Im August erreicht das im Frühjahr von einer überwinterten Königin gegründete Wespenvolk sein Maximum. Der Naturschutzbund (Nabu) und andere Experten haben hilfreiche Infos, Tipps und Verhaltensregeln parat.

Wespen sind alles andere als unnütz

Im Gegensatz zur Honigbiene, die allgemein für ihren Fleiß und die Leistung, die sie für den Menschen erbringt, anerkannt ist, hat es die Wespe schwerer. „Die nervt doch nur, so ein unnötiges Insekt“, hört man regelmäßig Menschen im Sommer schimpfen. Doch das ist nicht richtig: Ihre Beutetiere sind unter anderem Fliegen, Läuse, Raupen und weitere Insekten, die dem Mensch unerwünscht sind und die er gerne chemisch bekämpft. Somit sind Wespen quasi natürliche „Schadinsekten-Vernichtungsmittel“ und leisten Landwirten und Gartenbesitzern wertvolle Dienste. Die Kehrseite dieses Appetits auf Eiweiß ist natürlich, dass diese Wespen auch von Wurst und Fleisch magisch angezogen werden. Bevor man also bei der nächsten Gartenparty nach den Wespen schlägt, sollte man lieber versuchen, sich mit ihnen zu arrangieren. Außerdem sind Wespen und ihre Nester durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Wer einzelne oder einen Staat im Nest tötet, dem droht ein Bußgeld.

Wie verhält man sich richtig?

Wespen stechen, sobald sie sich bedroht fühlen. Werden die Tiere am Terrassentisch lästig, sollten deshalb heftige Bewegungen oder Schlagen vermieden werden. Es gilt: Ruhe bewahren. Auch vermeintlich „sanftes“ Anpusten könnte nach hinten losgehen, denn das Kohlendioxid in der Atemluft ist ein Alarmsignal für die Tiere. Wespen lieben grundsätzlich Süßes. Während Grillfleisch zur Aufzucht der Brut genutzt wird, dienen Kuchen, Eis und Saft der eigenen Versorgung. Deshalb lohnt es sich, Nahrungsmittel im Freien konsequent abzudecken und Reste sofort wegzuräumen. Zudem sollte Kindern nach dem Essen gründlich der Mund abgewischt werden, um Gefahren zu vermeiden.

Leckere Futterquelle in Nähe aufstellen

Sinnvoll kann es sein, Wespen durch eine abseits stehende Flasche mit süßem Inhalt oder einem Teller mit Grillfleisch und/oder Kuchen abzulenken, ihnen also einen eigenen attraktiven Fressplatz einzurichten und sie so abzulenken. Das sollte in circa fünf bis zehn Metern vom Familientisch entfernt platziert werden.

Sprühnebel kann hilfreich sein

Statt eine Fliegenklatsche zu nutzen und die Wespe damit zu verfehlen und aggressiv zu machen, raten Experten dazu, eine Zerstäuberflasche zu benutzen, wie man sie auch zur Blumenpflege verwendet. Sprüht man den feinen Wassernebel in Richtung der Tiere, drehen sie ab, weil sie denken es regnet und sie sich deshalb in Sicherheit bringen wollen.

Kaffeepulver wirkt Wunder

Wolfgang Bogusch, Vorsitzender in den Nabu-Ortsvereinen Rudersberg und Schorndorf schwört dagegen auf eine ganz andere Taktik. Der Tipp kam von Freunden aus Frankreich. Bogusch zündet Kaffeepulver an. „Das klappt zu 100 Prozent. Seit wir das am Tisch machen, können wir ungestört im Freien essen.“ Man nehme also einen Behälter, am besten ein Blechdeckel oder eine kleine Blechkiste, fülle Kaffeepulver hinein und zünde das Ganze an. „Das brennt nicht richtig, sondern es glimmt so vor sich hin. Das riecht wie bei einer Kaffeerösterei und man hat Ruhe durch den Rauch“, sagt Bogusch.

Was tun, wenn man doch erwischt wird?

Wenn man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und obwohl man die Ruhe selbst geblieben ist, doch einmal von einer Wespe gestochen wird, sollte man ebenfalls nicht in Panik verfallen. Wespenstiche führen bei gesunden Menschen – vom Kleinkind bis zum Senior – zu einer etwa zwei Tage lang druckempfindlichen Hautschwellung an der Einstichstelle und einem anfangs ziehenden Schmerz, bedeuteten aber keine weiteren Gesundheitsschäden. Ein Sonderfall sind allerdings Menschen mit allergischen Reaktionen auf Wespenstiche. Diese Allergie, die drei bis fünf Prozent der Bevölkerung betrifft, äußert sich in Reaktionen, die weit über eine lokale Schwellung hinausgehen. Bei Symptomen wie Ohnmacht, Schwindel, Übelkeit oder bei Stichen im Mund, sollte schnell ärztliche Hilfe geholt werden. Wespenallergiker erhalten Erste-Hilfe-Ausrüstungen und Medikamente von ihrem Arzt, die sie im Sommer bei sich haben sollten.

Hilfreiche Mittel gegen den Stich

Die Beschwerden – brennen, jucken, Schmerzen – lassen sich lindern, indem man unmittelbar nach dem Wespenstich Salmiakgeist auf die Stichstelle reibt. Auch Zitronensaft, eine halbe Zwiebel oder zerdrückter Spitzwegerich wirken lindernd. Mit Coolpacks lassen sich die Beschwerden weiter verringern. Zudem schwören neuerdings einige auf die Behandlung mit Wärme. Mit einem speziellen Stift wird die betroffene Hautstelle kurzzeitig auf rund 51 Grad erwärmt – so sollen ohne Chemie die Beschwerden schnell gelindert werden.