Vor dem Kinderhaus Arche Noah sollen Container aufgestellt werden. Das hat der Rat beschlossen. Foto: Roberto Bulgrin

Der Rat der Gemeinde Baltmannsweiler hat beschlossen, dass die Schulkindbetreuung kurz- bis mittelfristig in Containern vor der Arche Noah stattfindet. Den Ratsmitgliedern ist aber wichtig, dass das Provisorium nicht zur Dauerlösung wird.

Baltmannsweiler - Wo es noch Ende Mai Verwerfungen zwischen einigen Gemeinderäten und der Verwaltung gab, ging es in der jüngsten Sitzungs des Rates der Gemeinde Baltmannsweiler recht einträchtig zu. Thema war die Weiterentwicklung der Kinder- und Schulkindbetreuung, die in den vergangenen Monaten bereits mehrfach diskutiert wurde. Die Gemeinde hatte die Kommunalberaterin und Sozialpädagogin Kariane Höhn damit beauftragt, den Ist-Zustand zu erheben und in einer Beteiligungswerkstatt ein Konzept zu entwickeln.

Dieses Treffen, bei dem neben der Verwaltung auch die Schulen Baltmannsweiler und Hohengehren, Elternvertreter aller Kindertageseinrichtungen und Schulen, der Sozial- und Kulturausschusses, die Leitungen der Kinderhäuser, die Schulkindbetreuung, die Fördervereine der Schulen und die Kita-Träger vertreten waren, fand am 20. Juni statt. Dabei sei sehr konzentriert und produktiv gearbeitet worden, hob Monika Mattes, die stellvertretende Hauptamtsleiterin, hervor. Ein zentrales Ergebnis: In Baltmannsweiler braucht es mehr Raum für die Schulkindbetreuung. Kurzfristig sollen dafür vor der Kindertagesstätte Arche Noah Container zur Verfügung gestellt werden.

Eltern waren enttäuscht

Alexander Strobel (SPD) wollte diesbezüglich wissen, was man unternehmen könne, damit die Provisorien „nicht so arg nach Containern aussehen“. Darüber hinaus fragte er, ob man nicht beim Landratsamt die Voraussetzung fragen könne, ob die Container zweigeschossig aufgestellt werden dürften. Das nehme er gerne auf, sagte Bürgermeister Simon Schmid. Bezüglich der Optik müsse man natürlich bei der Auswahl der Container auf eine gewisse Qualität achten, „aber das entscheiden am Ende ja Sie“, so Schmid. „Es wurden Raumprofile definiert und jetzt gucken wir, welche Angebote kommen.

Auch Peter Röser (Grüne) sprach sich dafür aus, die Möglichkeit der Zweigeschossigkeit schon von vornherein anzulegen. Schließlich brauche man auch während einer späteren Sanierung der Schule einen Ort, an dem die Schüler unterrichtet werden könnten. Röser sagte, auch er habe den Workshop als konstruktiv empfunden, wies jedoch darauf hin, dass einige Eltern enttäuscht gewesen seien, als sie nach mehreren Stunden der Planung für den Idealzustand auf den Boden der Tatsachen gebracht worden seien.

Container-Lösung vorbereiten

Sehr gut habe er dagegen gefunden, dass Kommunalberaterin Höhn in ihrer Aufstellung der nötigen Sanierungen bereits markiert habe, was ohne ein Bauvorhaben geschehen kann. „Hut ab, das wir ein wichtiges Dokument für unsere nächsten Schritte sein“, so Röser. Man habe in der Vergangenheit einfach zu wenig auf den Weg gebracht, was die Kinder- und Schulkindbetreuung angehe. „Noch mal dürfen wir die Eltern nicht enttäuschen“, stellte er fest. Es müsse allen klar sein, dass die Container „das ein oder andere Jahr“ für die Schulkindbetreuung genutzt werden müssten, sagte Carlo Schlienz (CDU). Aber sie dürften auf keinen Fall zur finalen Lösung werden. Die Anregung Herbert Schrags (FWV), sich vor der Entscheidung, welche Container verwendet werden sollten, einmal andere Container-Lösungen im Landkreis Esslingen anzuschauen, wollte Schmid nicht sofort bejahen. Es komme auf die Zeitschiene an, ob das möglich sei.

Die Ratsmitglieder beschlossen zuletzt einstimmig, die Verwaltung zu beauftragen, die Errichtung von Containern für die Schulkindbetreuung am Standort Baltmannsweiler vorzubereiten. Dabei ist laut Beschluss Kariane Höhn einzubeziehen. Ihre Empfehlungen und auch die der anderen Mitglieder der Beteiligungswerkstatt zur Ausstattung sollen einfließen. Ebenfalls beschloss das Gremium, am Standort Hohengehren die Raumoptimierung unter Beachtung der Ausstattungshinweise im neuen Schuljahr im Dialog mit der Schule anzugehen. Darüber hinaus beauftragten sie die Verwaltung, einen Maßnahmenplan für die Umsetzung weiterer Beteiligungsergebnisse vorzulegen.

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