Von Donnerstag an sind 77 Personen in der Stadionhalle in Kornwestheim untergebracht, insgesamt stehen dort 168 Plätze zur Verfügung. Foto: Simon Granville

Die Bürgermeister im Kreis teilen die Kritik des Ludwigsburger Landrates am Bund und fordern eine Änderung der Zuteilungsquote der Geflüchteten. Darüber hinaus spüren sie in der Bevölkerung eine Angst, dass die Gesellschaft überfordert wird.

Wo sollen Geflüchtete Platz finden im Ort? Wie können sie integriert werden? Wie kann Hilfe geleistet und dabei der soziale Friede gewahrt werden? Fragen, die viele Menschen beschäftigen und ihnen Sorgen bereiten, weiß Steffen Döttinger. Nachrichten wie die aus Lörrach, wo rund 40 Mieter aus einem Wohnkomplex ausziehen sollen, um Platz für Geflüchtete zu schaffen, tragen nicht zur Beruhigung bei. „Man wird beim Einkaufen sehr oft darauf angesprochen, ob wir das noch schaffen. Sehr viele sehen die Gesellschaft als jetzt schon überfordert an und fragen sich, wie lange das noch gutgehen wird“, erzählt der Affalterbacher Rathauschef. „Letztendlich buhlen die Privaten und die Gemeinde um den gleichen Wohnraum. Seit ein bis zwei Monaten habe ich das Gefühl, dass die Menschen in großer Sorge sind.“ Döttinger teilt sie ebenso wie seine Kornwestheimer Kollegin Oberbürgermeisterin Ursula Keck. Den Menschen werde immer mehr klar, dass die Geflüchteten aus der Ukraine nicht nur ein paar Wochen oder Monate bleiben, sondern in Kindergärten, Schulen und ins Berufsleben einzubinden sind. „Das erfordert von allen eine große Anstrengung, und die Bürger fragen sich immer häufiger, inwieweit unsere Gesellschaft noch aufnahme- und integrationsfähig ist.“

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