Foto: via Dennis Koep - Stadt Kirchheim

Der Medienhype um Krokodile in den Kirchheimer Badeseen, lässt einige Fragen offen - und die meisten Passanten schmunzeln.

Tagelang hielten die Kirchheimer den Atem an: In den Bürgerseen hatte eine Frau Krokodile gesichtet. Das Baden wurde verboten, Kindertränen flossen, Fernsehteams flogen ein. Experten und Halbexperten, Feuerwehr und Polizei – alle waren unterwegs, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten: Es müssen Hechte gewesen sein. Die haben auch eine lange Schnauze, das kann man schon mal aus der Ferne verwechseln. Das Badeverbot wurde aufgehoben, und die Welt lachte über so viel Einfalt. Krokodile in den Bürgerseen – Pah!

Dann aber gab es einen zweiten Kroko-Alarm, und noch mehr Suchkräfte und noch mehr Experten und noch mehr Neugierige pilgerten nach Kirchheim unter Teck. Das Ergebnis: Nichts. Wirklich nichts?

Doch! Und wir wissen es seit Donnerstag, als plötzlich Fotos von Gummi­attrappen auftauchten. Mitarbeiter aus der Stadt hatten sie nach dem zweiten Alarm gefunden – und unter strengster Geheimhaltung der Polizei übergeben.

Man vermutete in der Stadt, dass die Attrappen erst nach der ersten fälschlichen (Hecht-)Sichtung zu Wasser gelassen wurden. Ob das der Grund war, warum bei so viel Rummel dieses nicht ganz unwesentliche Detail der Öffentlichkeit vorenthalten wurde, darüber kann jetzt trefflich spekuliert werden.

Susanna und Lothar Lange aus Notzingen, die am Donnerstag an den Bürgerseen spazierten, lässt das indes kalt: Dass sie an der Nase herum geführt wurden, konnten sie verkraften. Sie hatten ihren Spaß gehabt und waren in den vergangenen Tagen selbst mit dem Fernglas auf Krokodilsuche gewesen.

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