Der Spatz ist der Spitzenreiter der diesjährigen Vogelzählung zur „Stunde der Gartenvögel“ in Baden-Württemberg. Foto: dpa/Nicolas Armer

Für die „Stunde der Gartenvögel“ des NABU wurden in den Gärten in Baden-Württemberg wieder Piepmätze gezählt. Dabei gab es besonders für die Blaumeise gute Nachrichten. Einige Vogelarten bereiten der Organisation aber auch Sorgen.

Stuttgart - Das verregnete Wetter am Vatertagswochenende war für viele Vogelfreunde im Südwesten kein Hindernis: Etwa 11 500 Menschen zählten an diesen Tagen im Rahmen der jährlich stattfindenden Aktion „Stunde der Gartenvögel“ des Naturschutzbundes (NABU) die Piepmätze in ihren Gärten. Damit stammte etwa jeder zehnte der deutschlandweit mehr als 100 000 Teilnehmer aus Baden-Württemberg. Noch bis zum 24. Mai können die Ergebnisse der Zählung im eigenen Garten an die Organisation übermittelt werden.

Insgesamt seien im Südwesten mehr als 242 000 Vögel gezählt worden, heißt es in einer Pressemitteilung des NABU. Bei der Anzahl der Vögel pro Garten habe Baden-Württemberg etwas schlechter abgeschnitten als das ganze Bundesgebiet. Während deutschlandweit durchschnittlich 32,5 Piepmätze pro Grundstück gezählt wurden, waren es im Südwesten 30,8.

Diese Vögel sind am häufigsten im Garten anzutreffen

Der am häufigsten gezählte Vogel war laut dem NABU erneut der Haussperling, auch als Spatz bekannt. Durchschnittlich waren fast sechs Vögel in den beobachteten Gärten zu sehen. In Stuttgart war die Zahl niedriger, wie aus den gesammelten Daten des NABU hervorgeht. Dort hielten sich drei Spatzen im Durchschnitt auf den Grundstücken auf.

Den zweiten Platz bei der Vogelzählung in Baden-Württemberg belegte wie in jedem Jahr seit 2005 die Amsel. Laut der Organisation ist sie die „zuverlässigste Gartenbesucherin im Südwesten“ und war auf 92 Prozent der beobachteten Flächen anzutreffen. Wie der Fachbeauftragte für Vogelschutz beim NABU, Stefan Bosch, in der Pressemitteilung erklärt, sei dafür auch das regnerische Wetter verantwortlich. Denn dieses mache den Vögeln wenig aus: „Einige Arten profitieren sogar davon, so wie die Amsel, die bei feuchtem Wetter leichter an ihre Leibspeise – die Regenwürmer – kommt.“ Auch in Stuttgart tummelten sich durchschnittlich 2,5 Amseln in den beobachteten Gärten.

Zwei Arten haben sich erholt

Im vergangenen Jahr zählte die Blaumeise noch zu einem der Sorgenkinder der Organisation, denn damals kam es durch einen Krankheitserreger zu einem Massensterben der Art. „Erfreulicherweise sind die Bestände wieder im Aufwärtstrend“, so Stefan Bosch. In diesem Jahr seien 1,6 Blaumeisen pro Garten beobachtet worden, 2020 waren es noch 1,3. Die Art belegte nun den sechsten Platz in der Vogelzählung in Baden-Württemberg. In Stuttgart lag der Durchschnittswert im Vergleich etwas niedriger.

Auch für den Stieglitz scheint es im Südwesten bergauf zu gehen. In 18 Prozent aller Gärten in Baden-Württemberg sei der Vogel zu sehen gewesen, erklärt der NABU in der Pressemitteilung. Dieser Wert habe sich damit im Vergleich zum Beginn der Zählungen verdoppelt.

Um diese Piepmätze macht sich der NABU Sorgen

Aber es gibt auch einige Vögel, die der Organisation Sorgen bereiten. Dazu zählen Mehlschwalbe, Zaunkönig, Grünfink und der Mauersegler. Diese Arten hätten in der Vogelzählung in Baden-Württemberg ähnlich schlecht abgeschnitten wie in den Jahren zuvor, teilt der NABU mit. Besonders selten wurde der Zaunkönig beobachtet, im Durchschnitt waren nur 0.07 Exemplare pro Garten zu sehen. Auch in Stuttgart schnitten die Arten schlecht ab. Nur die gezählten Mauersegler pro Garten lagen dort höher als im Durchschnitt für den Südwesten.

Die Zahl der Hausrotschwänze im Land hat sich ebenfalls laut NABU nicht wesentlich verbessert. „Der Bestand nimmt seit vielen Jahren kontinuierlich ab“, schildert Stefan Bosch. „Inzwischen wird im Vergleich zum Beginn der Aktion vor 16 Jahren nur noch die Hälfte an Vögeln dieser Art gemeldet.“ Für die schlechten Ergebnisse im Südwesten macht der NABU besonders fehlende Brutnischen und mangelnde Nahrung für diese Art verantwortlich.

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