Bewacht von den Statuen des Kapitols ruhen diese Soldaten im Herzen der US-Demokratie. Foto: AFP/SAUL LOEB

Am 6. Januar stürmte ein aufgebrachter Mob das Kapitol. Die Nationalgarde kam erst Stunden später. Das sollte sich nicht wiederholen. Überall lagerten am Mittwoch Soldaten in den heiligen Hallen der Vereinigten Staaten.

Washington - Es war am Mittwoch vor einer Woche, als Trump-Unterstützer - angeheizt von einer Rede des Präsidenten - während einer Kongresssitzung das Kapitol überrannten, Scheiben einschlugen, in Sitzungssälen randalierten, Parlamentarier bedrohten und Polizisten angriffen. Fünf Menschen kamen ums Leben. Die Nationalgarde konnte erst Stunden später die Kontrolle über die Heiligen Hallen der US-Demokratie zurückerlangen. Das, hatten sich die Verantwortlichen geschworen, darf nicht noch einmal passieren.

Bei der Sitzung des Repräsentantenhauses zum Impeachment am Mittwoch war das Kapitol hermetisch abgeriegelt. Tausende schwer bewaffnete Nationalgardisten sicherten das Gebäude außen und innen. Übermüdete Soldaten legten sich zum Schlafen hin, wo es gerade ging – im Besucherzentrum, zu Füßen einer Büste von George Washington, im ehrwürdigen Kuppelsaal.

Es war Szenen, betonten politische Beobachter, wie es sie seit dem US-amerikanischen Bürgerkrieg nicht mehr gegeben hatte – 1861 rekrutierte Präsident Abraham Lincoln im Kapitol Freiwillige für den Kampf gegen die abtrünnigen Südstaaten. Abgeordnete und ihre Mitarbeiter beschwerten sich später, die Soldaten hätten Fettflecken an den Wänden hinterlassen und seien an Seilen durch den ehrwürdigen Kuppelsaal geschwungen.

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