33 Kilogramm Marihuana sollen nach Kornwestheim gebracht worden sein. Foto: Imago

Ein 22-Jähriger soll größere Mengen Rauschgift aus Barcelona nach Kornwestheim geschmuggelt haben. Der Prozess am Landgericht Stuttgart hat am Dienstag begonnen, es drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Am Landgericht Stuttgart hat am Dienstag der Prozess gegen einen 22-Jährigen begonnen, der rund 33 Kilogramm Marihuana aus Spanien nach Kornwestheim gefahren haben soll. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft wegen Drogenschmuggels in Tateinheit mit Beihilfe zum Drogenhandel.

Laut der Anklageschrift sei der Mann Mitte Juni von einer unbekannten Person damit beauftragt worden, das Rauschgift von Barcelona aus über Frankreich nach Kornwestheim zu bringen. Die deutsch-französische Grenze habe er über die Rheinbrücke Ottmarsheim passiert. Transportiert haben soll der 22-Jährige die Drogen in einem angebautem Hohlraum unter seinem Chrysler. Auf seiner Fahrt sei der Angeklagte von einer weiteren, unbekannten Person begleitet worden. Sie sei in einigem Abstand vor ihm gefahren und habe ihn so vor Polizeikontrollen oder anderen Zwischenfällen gewarnt, die den Transport gefährdet hätten.

Drogen in anderes Auto verladen

Am Tag nach der Abfahrt in Barcelona kam der Angeklagte gegen 20 Uhr in einer Tiefgarage in Kornwestheim an, wo die Übergabe der Drogen geplant gewesen sei. Nach den Ausführungen der Staatsanwaltschaft sei es am Übergabeort zu Problemen gekommen. Zum einen habe es zunächst keinen funktionierenden Wagenheber gegeben, was den Ausbau der Ware aus dem Wagen unmöglich machte.

Zum anderen habe es eine Diskussion über die Entlohnung des Angeklagten gegeben. Statt der seiner Ansicht nach vereinbarten 10 000 Euro sollten ihm nun nur noch 1000 Euro ausgezahlt werden. Der 22-jährige, ein gelernter Automechaniker, habe sich daher geweigert, die Drogen herauszugeben. Erst um 22 Uhr sei schließlich alles geklärt gewesen und das Marihuana in den Kofferraum eines anderen Autos verladen worden. Die Staatsanwaltschaft geht demzufolge davon aus, dass das Rauschgift für andere Personen oder Gruppierungen bestimmt war.

Angeklagter sitzt in Stammheim ein

Der Angeklagte selbst machte am Dienstag nur Angaben zu seiner Person. Er wurde im albanischen Peqin geboren, ist albanischer Staatsbürger und spricht kein deutsch. Nach dem Schulabschluss machte er eine Ausbildung zum Automechaniker. Im März 2022 zog er zu seinen Eltern nach Italien, die dort bereits seit 2016 leben.

Was anschließend bis zu seiner Verhaftung im November vergangenen Jahres passierte, wo und wovon er lebte, dazu wollte sich der Angeklagte vor Gericht nicht äußern. Als seinen aktuellen Aufenthaltsort gab die Verteidigung das Gefängnis Stammheim an. Auch zu seinen bisherigen Erfahrungen mit Drogen sagte der Angeklagte auf Nachfrage des Gericht nichts. Die Verhandlung wird am 20. März fortgesetzt.