Fleischfabrikant Clemens Tönnies geriet ins Visier von Extremisten. Foto: dpa/Bernd Thissen

Das vor dem Landgericht Stuttgart angeklagte Paar, dem unter anderem ein versuchter Brandanschlag auf die Villa des Fleischfabrikanten Clemens Tönnies zur Last gelegt wird, soll den Kontakt zu ehemaligen Terroristen gesucht, aber nicht richtig gefunden haben.

Stuttgart - Im Prozess gegen ein Duo, dem linksextremistische Taten zur Last gelegt werden, hat sich am Dienstag vor dem Stuttgarter Landgericht ein ermittelnder Beamter zur Sache geäußert. Die Aussage des Kriminalhauptkommissars ergaben dabei so etwas wie ein Bewegungsprofil von Nicole G. und Martin E. (beide 39), die zwischenzeitlich in Stuttgart gewohnt haben und von hier aus zu ihren Taten geschritten – oder besser gesagt: gefahren sein sollen. Als Angestellte eines Eisenbahnunternehmens haben sie offenbar ihren Job dazu genutzt, um in den Jahren 2019 und 2020 eine Vielzahl von Drohbriefen aus unterschiedlichen deutschen Städten zu verschicken. Empfänger waren hochrangige Politiker, unter anderem Winfried Kretschmann und Horst Seehofer, sowie Vertreter aus Justiz, Wirtschaft oder Verkehrsbetrieben. Diese wurden dazu aufgefordert, angebliche Missstände in ihren Bereichen zu beseitigen. Um ihren Briefen Nachdruck zu verleihen, wurden diesen Platzpatronen, Messer oder Brandbeschleuniger beigelegt.

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