Dicht an dicht wird rund um die Hochschulen in Eglosheim geparkt. Foto: Simon Granville

An der Erweiterung der Hochschulen gibt es keine Kritik, wohl aber am Mobilitätskonzept der Stadt Ludwigsburg. Zumindest von der CDU.

Eigentlich sah es so aus, als würden die Stadträte den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan Hochschulcampus in Ludwigsburg ohne Diskussion auf den Weg bringen. Schließlich gab es in der Vergangenheit schon ausreichend Runden zu den Themen Campuserweiterung, Mobilität und Parken. Doch dann brachte Wilfried Link von der CDU einen Stein ins Rollen, der erneut zu einer teils emotional geführten Diskussion führte. Im Fokus der Debatte: das Mobilitätskonzept und das leidige Thema Parkplätze.

Mit fast 10 000 Studenten ist Ludwigsburg ein bedeutender Hochschulstandort. Ein Großteil studiert auf dem Campus am Favoritepark. Doch der Pädagogischen Hochschule und der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen fehlen rund 7400 Quadratmeter Fläche, um die Studierenden adäquat zu versorgen.

Nachfrage nach Parkplätzen soll deutlich reduziert werden

Deshalb wird der Campus in Eglosheim erweitert und neu geordnet. Eine neue Schwimm- und Sporthalle wird gerade gebaut, ein sogenannter Verfügungsbau soll weiteren Platz schaffen. Über die Notwendigkeit besteht Einigkeit. Ebenso wie über die Sicherung des Hochschulstandortes. Denn im Land braucht es mehr Lehrer und Lehrerinnen. Und auch die Absolventen der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen sind gefragte Kräfte.

Generelle Kritik an den Plänen hatte in der Vergangenheit nur die Lubu-Stadträtin Adelheid Kainz geäußert. Auch in der Sitzung am Mittwoch monierte sie die Versiegelung und die Auswirkungen auf den Favoritepark. Dem alten Baumbestand werde das Wasser abgegraben. Zur Erweiterung gebe es Alternativen – eventuell das Wüstenrot-Areal. Am Ende votierte sie zusammen mit den Christdemokraten gegen den Satzungsbeschluss.

Allerdings missfällt der CDU nicht der Flächenverbrauch, sondern das Mobilitätskonzept. Der Autoverkehr – vor allem die Nachfrage nach Parkplätzen – soll deutlich reduziert werden. Indem Lehrkräfte und Studenten verstärkt auf Bus und Bahn oder aufs Rad umsteigen. Auch Fahrgemeinschaften sollen häufiger gebildet werden, als dies im Moment noch der Fall ist. So zumindest das hehre Ziel.

Anwohner zahlen ab November fürs Parken

Im Jahr 2024 wird das Parken auf den Hochschulparkplätzen Geld kosten. Bereits diesen November greift hingegen die städtische Parkraumbewirtschaftung. Um zu verhindern, dass die Anwohner im Osten Eglosheims dann keine Parkplätze mehr finden, werden für rund 300 öffentliche Stellplätze im näheren Umfeld der Hochschule Parkscheinautomaten installiert. Und zwar in der Eduard-Spranger-Straße und in der Reuteallee. Eine Stunde wird einen Euro Kosten, der maximale Tagessatz beträgt fünf Euro.

Im etwas weiteren Umfeld, also im Wohngebiet zwischen den Bahngleisen und der B 27, wird es für rund 900 Parkplätze eine Parkscheibenregelung geben; die Höchstparkdauer soll auf zwei Stunden limitiert werden. Anwohner mit Hauptwohnsitz in Eglosheim-Ost müssen sich Bewohnerparkausweise zulegen – für 120 Euro pro Jahr.

Die CDU ist nicht überzeugt. „Die ÖPNV-Verbindung ist alles andere als gut“, moniert Maik Braumann. Der Parkdruck dafür sei enorm. Der Rest des Gremiums teilt die Skepsis nicht. Die Parkraumbewirtschaftung werde helfen, den Parkdruck zu lindern, ist die große Mehrheit überzeugt. Ebenso wie der Vertrag, den die Stadt mit dem Land geschlossen hat. Reichen die Stellplätze nicht aus, muss das Land welche bauen.