Am Montag wurden im Klinikum 300 Kaffeespezialitäten ausgeschenkt. Foto: Scherer

Das Hibou-Baristamobil des Café Kauz schenkt Kaffeespezialitäten an die Belegschaft des Esslinger Klinikums aus.

Esslingen - Einige Stunden lang hat das Hibou-Baristamobil des Café Kauz gestern im Patientenpark des Esslinger Klinikums Station gemacht. Für Frauen und Männer, die im Krankenhaus arbeiten, gaben Evita Hamon und ihr Team kostenlosen Kaffee und selbst gebackene Cookies aus. Ein Angebot, das gut angenommen wurde, wie ein Blick auf die Warteschlangen vor dem blauen Minitransporter und die glücklichen Gesichter zeigte.

„Ich wollte einfach mal etwas zurückgeben,“ sagte Evita Hamon, die Betreiberin des Café Kauz unweit des Esslinger Schelztorturms. „Als Dankeschön für all diejenigen, die die ganze Coronazeit im Einsatz sind.“ So füllten Hamon und ihre Kolleginnen Nicole Pflüger und Marie Poloczek Tasse um Tasse mit Cappuccino, Flat White, doppeltem Espresso oder mit anderen der Hibou-Kaffeespezialitäten. Kekse, frisch gebacken von einer Frau aus dem Kauz-Backteam, wanderten in Tüten zum Mitnehmen oder direkt auf den Handteller. Besondere Wünsche nach laktosefreier Milch, nach Mandel- und Hafermilch und nach den vegan gebackenen Cookies wurden erfüllt. Die Edelstahlmaschine zischte ohne Unterlass, die Geschirrspülmaschine rauschte durchgängig – es war richtig viel los am blauen Hibou-Wagen.

Die Mitarbeiter des Klinikums standen geduldig an, coronagerecht mit Maske und Abstand, um dann das heiße Getränk auch an den Stehtischen in den überdachten Kolonnaden zu genießen. Bei den eher winterlichen Temperaturen wärmten die heißen Tassen praktischweise auch kalte Hände. Mancher Pfleger und manche Ärztin orderten gleich mehrere Tassen, um auch die Kollegen, die im Warmen geblieben waren, zu versorgen. Das Klinikum hatte noch Schokohäschen beigesteuert. „Das alles macht einen Riesenspaß, weil die Leute sich so freuen“, erklärte Evita Hamon.

Die Cafébesitzerin schenkt normalerweise aus dem Baristamobil beim Esslinger Wochenmarkt aus, derzeit jedoch schafft sie das personell nicht, wie sie erklärte. Sie konzentriere sich auf das Café Kauz, das im Abholbetrieb läuft. Umso schöner sei es gewesen, den Transporter mal wieder in den Einsatz zu bringen und selber auch mal wieder rauszukommen. Extra gewaschen habe sie den Hibou-Wagen, der als Namen das spanische Wort für Kauz trägt.

„Wir leiden ja alle unter Corona“, sagte die Gastronomin. „Meine Branche leidet existenziell, die Menschen in der Krankenversorgung leiden vor allem seelisch.“ Eine Aussage, die Heidi Zahl nur unterstreichen kann. Mit ihrer Kollegin Brigitte Knabben arbeitet sie mittlerweile in der Kardiologie- und Pneumologie-Ambulanz, im vergangenen Jahr jedoch hat sie auf der Intensivstation im Klinikum Dienst getan. „Das sind besondere Erschwernisse, das hat uns regelrecht aufgerieben“, betonte Zahl. „Ich habe wirklich eine lange Zeit gebraucht, um mich davon zu erholen.“

Am Montag sind bis zum Nachmittag rund 300 Kaffeespezialitäten zubereitet worden – im geschätzten Wert von rund 1000 Euro. Eine große Summe für einen kleines Café, aber Evita Hamon sagte dazu: „Es war ein schöner Tag, es hat uns allen einfach rundum gut getan.“

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