Nach einer Kundgebung der GEW am Dienstag in Karlsruhe organisiert der VBE am Donnerstag in Stuttgart eine Demonstration. Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes der Länder sind auch in der Wilhelma die Beschäftigten zum Warnstreik aufgerufen. Die Folgen für Schüler und Zoobesucher halten sich aber in Grenzen.
In dieser Woche machen die Lehrerverbände mit zwei Streikaktionen auf ihr Anliegen im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes der Länder aufmerksam. Den Auftakt mit einem Warnstreik an diesem Dienstag hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gemacht, dazu findet eine Kundgebung in Karlsruhe statt. An diesem Donnerstag lädt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) im Rahmen eines Warnstreiks nach Stuttgart zu einer Demo. An diesem Dienstag ist auch das Personal der Wilhelma zum Arbeitsausstand aufgerufen.
Wenn die GEW, die zur Gewerkschaft Verdi gehört, und der im Beamtenbund (DBB) aktive VBE auch nicht gemeinsam demonstrieren, so verhandeln sie kommende Woche doch zusammen und erheben die gleichen Forderungen gegenüber den Ländern: 10,5 Prozent oder mindestens 500 Euro mehr Gehalt im Monat für die Mitglieder.
Bei der Einschätzung des Effekts der Warnstreiks an den Schulen fallen die Prognosen verschieden aus. Da es fast an jeder Schule angestellte Lehrerinnen und Lehrer gebe, „wird es flächendeckend zu Unterrichtsausfällen kommen“, sagt der Pressesprecher der Landes-GEW, Matthias Schneider, aber nicht zu Schulschließungen. Er erwartet „mehrere Hundert Streikteilnehmer“.
Aufgerufen zum Warnstreik sind neben anderen Landesbeschäftigten auch Lehrer, aber nur jene mit Angestelltenvertrag. Dazu gehören Krankheitsvertretungen, Quereinsteiger und Pädagogen, die bei der Einstellung – weil älter als 42 Jahre – nicht mehr verbeamtet wurden. Unter den rund 130 000 Lehrkräften an 4500 Schulen im Land seien das rund 12 000, sagt Matthias Schneider. Das sind knapp zehn Prozent. In der Landes-GEW sind unter rund 50 000 Mitgliedern etwa 4000 angestellte Lehrkräfte.
Unter den 18 000 Mitgliedern des VBE im Land seien etwa 12 000 Lehrer, sagt Pressesprecher Jens Linek. „90 Prozent sind Beamte, zehn Prozent Angestellte“, also etwa 1200. Jens Linek sagt über die möglichen Folgen des Warnstreiks: „Erfahrungsgemäß kommt es nicht zu Unterrichtsausfällen.“
Diese Einschätzung teilen zwei Stuttgarter Schulleiter. Vier der 35 Lehrkräfte an der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule seien Angestellte, sagt Rektor Gerhard Menrad. „Wenn sie streiken würden, hätten sie mir das bestimmt gesagt“, schätzt der geschäftsführende Schulleiter für die Realschulen in der Stadt. Einen Elternbrief wegen drohender Unterrichtsausfälle hat er jedenfalls nicht versandt. Auch Manfred Birk, Rektor am Dillmann-Gymnasium und der geschäftsführende Schulleiter für die Gymnasien, schätzt die Lage so ein. An seiner Schule arbeiten zwei angestellte Krankheitsvertretungen. Die Auswirkungen des Warnstreiks dürften „sehr beschränkt sein“, ist auch Birks Prognose.
Ähnlich die Lage in der Wilhelma, wo rund 300 Beschäftigte zum Streik aufgerufen sind. Am Morgen sei ein „Streikfrühstück“ für die Mitarbeiter geplant, sagt Sprecherin Lisa-Marie Grimmer. Für die Besucher rechne man „mit keinerlei Einschränkungen“.