Hunde müssen im Zug angeleint sein, brauchen aber keine Sitzplatzreservierung. Foto: imago//xryhorx

Das Deutschlandticket ist beliebt als einheitliche und bezahlbare Fahrkarte für den Nahverkehr im ganzen Land. Doch der Teufel liegt manchmal im Detail – wenn man mit dem Hund fährt.

Das Deutschlandticket ist praktisch und meist unkompliziert. Eine Gruppe steht allerdings bis heute ziemlich ratlos am Bahnhof: die Hundehalterinnen und -halter. Ob, wann und zu welchen Preisen ihre Vierbeiner mitfahren dürfen, ist oft unklar. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wie viele Hunde fahren jedes Jahr Bahn?

Allein in den Fernzügen (ICE, IC, EC) sind laut Auskunft der Deutschen Bahn jedes Jahr rund 100 000 Hunde unterwegs. Besonders attraktiv scheint diese Form des Reisens für die Vierbeiner aber nicht zu sein: Immerhin wurden im selben Zeitraum 132 Millionen Menschen in den Fernverkehrszügen befördert. Für den Nahverkehr, der fürs Deutschlandticket relevant ist, hat der Konzern keine Zahlen. Dafür sind über 60 unterschiedliche Verkehrs- und Tarifverbünde zuständig.

Dürfen Hunde auf dem Deutschlandticket mitfahren?

Das Deutschlandticket gilt in allen Bussen, Straßenbahnen, U-Bahnen und Zügen des Regionalverkehrs (RE, RB, S-Bahn). Manche Verkehrsverbünde erlauben die kostenlose Mitfahrt, andere verlangen Zusatzgebühren. „Oft steht auf den Infotafeln an der Haltestelle überhaupt nichts zu Hunden“, moniert Jörg Bartscherer vom Verband für das Deutsche Hundewesen. „Bei meiner letzten U-Bahn-Fahrt ist mein Hund deshalb wahrscheinlich schwarzgefahren.“ Selbst Mitarbeitende der Verkehrsbetriebe wüssten oft nicht genau, welche Fahrkarte man für die jeweilige Strecke brauche.

Welche Regelungen gibt es?

In manchen Verkehrsverbünden fahren Hunde auf dem Deutschlandticket kostenlos mit, etwa in München und Berlin/Brandenburg. Bei den Leipziger Verkehrsbetrieben kann man zum Deutschlandticket weitere „Bausteine“ dazubuchen, die die Mitnahme von Kindern oder eines Hundes ermöglichen. Anderswo muss bei jeder Fahrt ein spezielles Hunde- oder Kinderticket gekauft werden, etwa in Hannover oder im RVF-Verbundgebiet (Freiburg und Umkreis). Aber Achtung: Die Tatsache, dass ein Tarifverbund Hunde beim Deutschlandticket zulässt, heißt nicht automatisch, dass sie generell kostenlos mitfahren dürfen. Wer einen Einzelfahrschein kauft, muss oft ein Zusatzticket für Hunde lösen.

Wo müssen Hunde nichts extra bezahlen?

Wer in Nordrhein-Westfalen wohnt, darf sich glücklich schätzen. Hier können Hunde in allen Verkehrsverbünden im Nahverkehr kostenlos mitfahren, egal, wie groß sie sind.

Wie plant man eine Bahnreise mit dem Deutschlandticket?

„Wenn Sie von Flensburg nach München quer durchs Land fahren, müssen Sie austüfteln, welche Zusatztickets Sie unterwegs brauchen“, sagt Detlef Neuß vom Fahrgastverband Pro Bahn. Aber wer will schon die Beförderungsbedingungen von zig Tarifverbünden studieren? „Das ist ein Riesenaufwand und wahnsinnig kompliziert“, sagt Neuß. Schließlich müsse man erst mal herausfinden, welche Verbünde man auf der Strecke überhaupt durchquert (er empfiehlt dafür die Website „Openrailwaymap.org“). Die Alternative: Eine Hundefahrkarte auf der Bahn-Webseite kaufen. Die kostet zwar vermutlich mehr, weil man für die gesamte Strecke bezahlt, erspart aber eine stundenlange Suche.

Wie ist es im Fernverkehr geregelt?

Hier hat sich nichts geändert. Kleine Hunde bis zur Größe einer Hauskatze dürfen im Fernverkehr (ICE, IC, EC) kostenlos mitfahren, wenn sie in einer Transportbox verstaut werden. Größere Tiere benötigen eine Kinderfahrkarte. Diese kostet die Hälfte vom Erwachsenenfahrpreis. Kurios: Anders als die meisten Tickets konnten Hundefahrkarten über die DB-Webseite bisher nicht ausgedruckt werden. Der Versand per Post dauert drei bis fünf Tage. Auf der neuen Webseite der Deutschen Bahn (next.bahn.de) kann man Hunde aber bereits anklicken.

Was kostet eine Hundefahrkarte bei der Deutschen Bahn?

Selbst das lässt sich ohne größeren Aufwand kaum herausfinden, zumindest bei Fahrten mit Regionalzügen. Klickt man die Option „Nur Nahverkehr“ an (wie man es als Inhaber eines Deutschlandtickets tun würde), kommt häufig die Meldung: „Preisauskunft nicht möglich“. Die DB-Pressestelle erklärt, dies liege an der Zuständigkeit der einzelnen Verkehrsverbünde. Alternativ könne man zum Schalter am Bahnhof gehen und sich dort beraten lassen. Ob dies tatsächlich funktioniert, darf sehr bezweifelt werden. Selbst die DB-Pressestelle konnte mit Verweis auf regionale Verkehrsunternehmen viele Fragen gar nicht oder nur mit Vorlauf beantworten.

Welche Regeln gelten im Zug?

Kleine Hunde müssen – wie bereits gesagt – in einer Transportbox verstaut werden. Bei größeren Hunden gilt Leinen- und Maulkorbpflicht. „Bitte beachten Sie, dass Hunde immer vor/unter/neben Ihrem Sitzplatz sitzen oder liegen müssen“, schreibt die Bahn auf ihrer Webseite. „Daher benötigen sie auch keine Sitzplatzreservierung.“ Immerhin, ein guter Zug der Bahn.