Sexarbeiterinnen demonstrieren am Dienstagabend in der Herbertstraße auf dem Hamburger Kiez gegen das Corona-bedingte Arbeitsverbot im Rotlichtsektor. Foto: dpa/Daniel Reinhardt

Wegen der Corona-Pandemie ist das horizontale Geschäft im Hamburg seit Monaten untersagt. Nun fordern die Prostituierten, es wieder zuzulassen.

Hamburg - Unter dem Motto „Herr Tschentscher, wir müssen reden“ haben Sexarbeiterinnen und Bordellbetreiber am Dienstagabend auf St. Pauli erneut für eine Wiederzulassung der Prostitution demonstriert. „Lieber legal und kontrolliert – als illegal und unkontrolliert“, forderten sie und appellierten an Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), das Prostitutionsgewerbe „im Sinne der Pandemie-Bekämpfung“ wie bereits andere körpernahe Dienstleistungen aus dem Corona-Lockdown zu entlassen.

Nebelmaschinen für die Atmo

Zu der Kundgebung hatte die Gruppe „Sexy Aufstand Reeperbahn“ aufgerufen. Rund 80 Prostituierte zogen mit Plakaten von der Herbertstraße bis vor die Davidwache. Nebelmaschinen und Scheinwerfer setzten die Prozession effektvoll in Szene. Nach Polizeiangaben säumten etwa 300 Schaulustige und Unterstützer den kurzen Demonstrationsweg.

Bezirksamtschef Falko Droßmann (SPD) schloss sich den Forderungen an. Zugleich stellte er eine Wiederzulassung der Prostitution zum 1. September in Aussicht. Voraussetzung sei, dass die Corona-Infektionszahlen bis dahin nicht wieder in die Höhe schnellten, sagte er. Dann beabsichtige die Sozialbehörde gemeinsam mit Schleswig-Holstein und Niedersachsen, „die Prostitution in Prostitutionsstätten wieder zuzulassen“.

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