Idylle pur: Im Café „Zum süßen Huhn“ ist nicht nur die Aussicht schön. Die Kuchen sind so gefragt, dass sie manchmal nicht für alle reichen. Foto: Stefanie Schlecht

Anita Wenner und Ingrid Schmitt betreiben das Café der Aidlinger Kleintierzüchter. Ein Besuch lohnt sich – aus mehr als einem Grund.

Venusberg – allein der Name macht neugierig. Venus: Das ist die Göttin der Sinnlichkeit, der erotischen Liebe und Schönheit! Rund um die 169 Meter hohe Erhebung bei Aidlingen zeigt sich die Natur üppig, unverfälscht und von ihrer schönsten Seite. Und nach dem Spaziergang, der Wanderung oder der Radtour, kommt das Schild Café „Zum süßen Huhn“ am Parkplatz wie gerufen. Gut, wenn es noch nicht so spät ist.

Nachschub aus Kuppingen

„An manchen Sonntagen gibt es nach 15 Uhr keinen Kuchen mehr“, weiß Ingrid Schmitt. „Dann muss mein Mann in die Konditorei nach Kuppingen fahren und Nachschub holen“, fügt Anita Wenner hinzu. Bis neue Kuchen und Torten eintreffen, gedulden sich die meisten Gäste. Sie sitzen solange im „Blauen Salon“, den ein Regal mit Sammeltassen und -kannen vom zweiten Gastraum trennt, und schwätzen. Das nette Miteinander ist neben den süßen Köstlichkeiten ein weiterer Grund, um hier einzukehren.

Die beiden Frauen aus Lehenweiler hatten sich ihren Traum vom eigenen Café Anfang 2020 erfüllen wollen. Der Verpächter ist der Kleintierzuchtverein Aidlingen, geöffnet hat es bewusst nur sonntags. Doch wegen Corona verschob sich der Termin immer wieder. An Pfingsten 2020 schließlich stand zum ersten Mal die große Tafel mit der verheißungsvollen Kuchenauswahl vor der geöffneten Tür im Kirchtal.

Begeisterte Besucher

„Die Corona-Maßnahmen in der Gastronomie waren für uns eine zusätzliche Herausforderung“, sagt Ingrid Schmitt, die vor ihrer Rente als Diplomverwaltungswirtin gearbeitet hat und ihre freie Zeit nun mit einer neuen Aufgabe füllt. Inzwischen weiß sie: „Man wächst mit seinen Aufgaben.“ Die positiven Bewertungen im Internet und die zahlreichen Besucherinnen und Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung zeigen, dass die beiden Nachbarinnen dank ihres Engagements und ihrer Leidenschaft nicht nur die Corona-Hürden gemeistert haben, sondern mit ihrem Café voll ins Schwarze getroffen haben.

Mindestens zehn verschiedene Kuchen und Torten backt Anita Wenner für den sonntäglichen Café-Betrieb in der Konditorei Kohler in Kuppingen; dort arbeitet sie als Konditorin. Einen Lieblingskuchen, wie ihre Geschäftspartnerin, die Mohn-Aprikose bevorzugt, hat sie keinen: „Ich mag alle Kuchen, Hauptsache süß.“ Auf der Tafel stehen neben Käsekuchen und Schwarzwälder Kirschtorte auch saisonale Früchtekuchen, darunter Rhabarber, Erdbeere oder Himbeere, sowie Bauern- und Birnenrahmkuchen. Als salzige Variante gibt es immer eine Spinatquiche. Außerdem gibt es im süßen Huhn auch Weißwürste, Schmalz- und Käsebrote.

Ein Name mit Geschichte

Ohne Unterstützung könnten die beiden Frauen ihr Café nicht so erfolgreich führen. Mindestens drei bis vier Freunde und Bekannte gehen ihnen sonntagmittags zur Hand – als Unterstützung in der Küche und hinter der Theke. Ihren Gästen steht auch ein gut gefülltes Bücherregal zur Verfügung, wo sich jeder eine Lektüre auswählen und mitnehmen darf. Aktuelle Romane und Krimis zum Hinterlassen sind ebenfalls immer willkommen.

Der Name des Cafés hat seine ganz eigene Geschichte: „Als unsere Kinder noch klein waren, sind wir immer hierher gegangen“, erinnert sich Ingrid Schmitt. Beide Frauen sind Mitglieder im Kleintierzuchtverein Aidlingen. „Im sogenannten Hühnerhaus gab es immer Hühner zum Anschauen.“ „Und die Verbindung zu unserem Angebot ist natürlich süß“, erklärt Anita Wenner die Kombination „Zum süßen Huhn“, die so naheliegend wie passend ist.

Das Café „Zum süßen Huhn“ im Kirchtal 3 ist sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet, Kuchen gibt es solange der Vorrat reicht. Bei schönem Wetter steht die Terrasse zur Verfügung, https://cafezumsuenhuhn.business.site