Das neue Wahrzeichen der südfranzösischen Stadt Arles, entworfen vom Architekten Frank Gehry – klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie! Foto: picture alliance/dpa/AFP

Ein 56 Meter hoher Turm ist der neue Blickfang der südfranzösischen Stadt Arles. Der Bau des Architekten Frank Gehry vollendet eines der größten privaten Kunst- und Kulturprojekte Europas: Luma Arles.

Arles - Vincent van Gogh ließ sich in Arles nieder, verzaubert vom provenzalischen Licht. Dessen Poesie will, so scheint es, auch der kanadisch-amerikanische Architekt Frank Gehry mit dem Turmbau zu fassen bekommen, der jetzt eines der größten privaten Kunst- und Kulturprojekte Europas vollendet: Luma Arles. Was sich am Rand der historischen Altstadt 56 Meter hoch in den südfranzösischen Himmel schraubt, gleicht jedoch vielmehr einer ramponierten Blechdose – als hätte ein Riese mit seinen Pranken eine ausgetrunkene Alu-Büchse ein wenig kräftig angepackt.

Anleihen beim Amphitheater

Der Tower ist ein Zwitterwesen: zerknittert und zerdetscht die der Stadt zugewandte Fassade aus 11 000 Aluminiumquadern; die irisierend-unregelmäßige Platten-Tektonik treibt mit dem Licht ihre Spiegel-Spiele. Den Kalkstein des nahen Gebirgszugs der Alpilles verbaute Gehry geradlinig-kubisch auf der Rückseite. Der zylinderförmige Sockel des Turms zitiert das römische Amphitheater von Arles und ist der eigentliche Ausstellungsort.

Schweizer Milliardärin als Mäzenin

Bei der Kunst wird eher geklotzt als gekleckert, das gilt für den gesamten elf Hektar großen Kulturkomplex von Luma Arles. Mit Künstlerresidenzen, Ateliers, Ausstellungshallen, Park und Gastronomie setzt sich die Milliardärin und Miterbin des Schweizer Pharmakonzerns Hoffmann-La Roche, Maja Hoffmann, auf einem stillgelegten Werksgelände der SNCF ein Denkmal. Van Gogh fand in Arles kein Glück, hier begannen seine Wahnvorstellungen.

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