Der Wernauer Banhofsplatz soll neu gestaltet werden. Foto: aia/Karin Ait Atmane

Das Stuttgarter Architekturbüro will drei Ideen erarbeiten, ohne schriftliches Angebot zögern die Gemeinderäte jedoch.

Wernau - Wie kommt die Stadt Wernau zu einem einladenden und funktionalen Bahnhofsplatz? In der Januarsitzung hatten sich die Fraktionen nach intensiver Diskussion mit dem Bürgermeister auf den nächsten Schritt geeinigt. Vergangene Woche durfte Matthias Schuster vom Büro Lehen drei, dem Wettbewerbssieger von 2014, erläutern, wie er weiter vorgehen würde. Nämlich wenigstens drei Ideen vorlegen, mit denen die Stadt auf Investorensuche gehen könnte.

Der Gemeinderat zögerte aber, den Auftrag über 18 700 Euro sofort an das Stuttgarter Stadtplanungsbüro zu vergeben. Zum einen lag den Räten nichts Schriftliches vor, zum anderen wollten die Gemeinderäte noch in ihren Fraktionen darüber reden und auch interfraktionell. Um dem tristen, toilettenlosen Schotterplatz möglichst bald ein neues Antlitz zu verpassen, hatten sich die Fraktionen Anfang des Jahres zusammengetan und ein „wettbewerbliches Investoren-Bieterverfahren“ beantragt. Bürgermeister Armin Elbl hielt so einen Wettbewerb für zu teuer und bewegte die Fraktionen dahin, sich zunächst das Büro Lehen drei anzuhören.

Stadtplaner Matthias Schuster von Lehen drei erklärte nun seine Vorgehensweise. Das Ziel sei gleich geblieben. Wie beim Entwurf von 2014 – der aus Kostengründen ad acta gelegt wurde – soll an Stelle des abgerissenen Bahnhofs ein „Ort der Begegnung“ und ein Stadteingang für Bahnreisende geschaffen werden, natürlich mit Klo und mit Fahrradabstellplätzen. Ob er das große Dach wieder ins Spiel bringt, wird man sehen. Die „Atmosphäre“ des Siegerentwurfs will Schuster jedenfalls beibehalten. Die Ausgangslage hat sich aber insofern verändert, als auch die Parkplätze der Kfz-Werkstatt einbezogen werden sollen, ebenso das Gebäude Plochinger Straße 9, eine ehemalige Gaststätte, die abgerissen werden soll. Schuster: „Wir müssen weiter denken – über die Kreuzung Plochinger Straße hinaus.“

Der Architekt empfiehlt, in der ersten Stufe eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Dies könne zu einer Auswahl der Investoren führen. Der Gemeinderat bereite außerdem auf Basis der Studie einen Bebauungsplan vor und lege den Grundstückspreis fest. So entstehe kein Preiskampf der Investoren, sondern ein Wettbewerb, der Qualität fördere. „Die Gemeinde bestimmt“, betonte Schuster.

Ob man tatsächlich einen Bebauungsplan brauche oder nach Paragraf 34 vorgehen könne, hänge von den Ideen des Büros Lehen drei und den Wünschen des Gemeinderats ab, sagte Elbl. Für einen Bebauungsplan ginge schnell ein Jahr ins Land. Der Bürgermeister hätte am liebsten gleich den Auftrag an Lehen drei vergeben, um drei Gestaltungsideen zu erhalten. Das ging Jürgen Haas, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, zu schnell. Auch die anderen Fraktionen wollten nicht zustimmen, ohne das Angebot schriftlich in der Hand zu haben. Deshalb wird das Thema am 16. März erneut auf der Tagesordnung stehen. Trotz der Verzögerung will das Büro Lehen drei sein Ideenpapier noch vor der Sommerpause liefern.

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