Auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt geschehen viele Dinge gleichzeitig. Foto: Lichtgut//Leif Piechowski

Mal absurdes Theater, mal verblüffender Erkenntnisgewinn: Wer der Aufforderung „Sieh Dir die Menschen an!“ des Kunstmuseums Folge leistet, kann auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt skurrile, berührende und überraschende Szenen beobachten. Ein Rundgang.

Je näher das Fest rückt, desto weniger Zeit bleibt den Leuten für die Vorbereitungen, und desto skurrilere Gleichzeitigkeiten lassen sich auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt und um den Stuttgarter Weihnachtsmarkt herum notieren, wenn man der Aufforderung Folge leistet, die derzeit in ganz großen Lettern auf dem Kunstmuseum prangt: „Sieh Dir die Menschen an!“ Am vergangenen Samstag beispielsweise konnte man zwischenzeitlich den Eindruck gewinnen, die Warteschlange vor dem Louis-Vuitton-Laden in der Münzstraße werde sich in wenigen Augenblicken bis zum Flohmarkt ausdehnen, wo mutmaßlich weniger betuchte Kundschaft gebrauchte Weihnachtsgeschenke erwerben kann. Wenn just in dem Moment, als die Schlange ihre vorübergehende Maximallänge erreicht, ein paar zum Schutz des Weihnachtsmarktes eingeteilte Polizeibeamte ihre kugelsicheren Westen anlegen, besteht zwar kein kausaler Zusammenhang, aber man könnte sich Bezüge ausdenken. Ähnliches gilt, wenn der Blockflötenspieler auf dem Schillerplatz „Ihr Kinderlein kommet“ nahezu fehlerfrei absolviert und gleichzeitig ein Vater seinen kleinen, womöglich quengeligen, Sohn anherrscht: „Ich will nichts mehr hören!“ Ob der Blockflötenspieler diese Anweisung auf sich bezogen hat und verstummt ist, wissen wir nicht. Wir zogen weiter, zum „Wintertraum“ am Schlossplatz.

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