Greta Gramberg. Foto: Bulgrin - Bulgrin

Claus und Rüdiger, seine Schlange, haben nach einer unglücklichen Situation im Bett ein kleines Vertrauensproblem.

EsslingenZwischen Claus und Rüdiger bestand ein so inniges Vertrauensverhältnis, wie es sich zwischen liebenden Eltern und ihren Haustieren nur entwickeln kann. Als Rüdiger zu Claus zog, war er noch so klein wie ein Lineal. Und Claus hatte den kleinen Babypython gleich so ins Herz geschlossen, dass die Schlange in seinem Bett schlafen durfte. So zogen die Jahre ins Land, Rüdiger wurde länger und länger und Claus hegte und pflegte seine geliebte Würgeschlange, die – Macht der Gewohnheit – noch immer in seinem Bett schlafen durfte.

Doch eines Nachts wurde Claus aus dem Schlaf gerissen und erschrak, als er nach Rüdiger tastete: Der lag ganz steif neben ihm auf dem Laken. War sein Python etwa erkrankt, trotz all der Liebe und Pflege, fragte sich Claus. Der besorgte Schlangenpapa konsultierte einen Experten, der eine Auffangstation für exotische Tiere betreibt und sich auskennt: Unter anderem hält er ebenfalls einen Python – der allerdings auch nächtens im Terrarium und nicht zwischen weichen Kissen und Decken weilt.

Rüdigers Verhalten sei ganz normal und nicht auf eine Krankheit zurückzuführen, beruhigte der Experte den unglücklichen Claus. „Wenn ein Python so steif daliegt, dann misst er sein Opfer ab.“

Seither träumen Claus und Rüdiger in getrennten Betten.

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