22.5.18 Ein heftiges Unwetter hat in Ostfildern für einen Dauereinsatz der Feuerwehrkräfte gesorgt

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Die Gewitter kommen nicht vom Fleck, es fehlt der Wind. Mancherorts fallen innerhalb kurzer Zeit große Regenmengen. Am Wochenende wird das Wetter stabiler.

Karlsruhe/Stuttgart /Esslingen (dpa/lsw/red)Wasser in den Kellern, Schlamm auf den Straßen: In einigen Ortschaften in Baden-Württemberg haben schwere Gewitter zu Überflutungen geführt. Betroffen waren im Kreis Karlsruhe besonders die Städte Kraichtal und Östringen. Dort rückten die Feuerwehren von Dienstagnachmittag bis in den Morgen hinein zu rund 90 Einsätzen aus. Verletzt worden sei niemand, sagte der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands, Fabian Geier, am Mittwoch.

In Kraichtal schossen Schlammmassen von einem Abhang in den Neubau eines Wohnhauses. Wo die Kanalisation das Wasser nicht mehr aufnehmen konnte, wurden die Straßen zu Bächen. Nach Angaben des Stadtbauamtes in Östringen gab es zwar keine Schäden an der Infrastruktur wie Straßen oder Fußwegen. Aber die Laufbahn eines Sportplatzes sei von Schlamm überflutet worden und müsse gereinigt werden.

Auch in Ostfildern sorgte ein heftiges Unwetter für einen Dauereinsatz der Feuerwehrkräfte. An insgesamt zehn Orten mussten die Einsatzkräfte ausrücken und Keller leerpumpen oder eingedrungenen Hagel aus Kellerbereichen entfernen. Wie ein Sprecher der Feuerwehr Ostfildern mitteilte, war die Feuerwehr Ostfildern mit neun Fahrzeugen im Einsatz. Auf den Feldern sammelte sich das Wasser und konnte wegen des trockenen Bodens nicht abfliessen. Dadurch entwickelten sich einige Wege, zum Beispiel in Ruit, zu Bächen. Das Wasser stand zum Teil bis 20 Zentimeter hoch. Über die Höhe der Schäden in den Gebäuden und auf den Straßen und Wegen liegen noch keine Angaben vor.

Grund für die räumlich eng begrenzten starken Niederschläge waren nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) Gewitterzellen, die sich wegen fehlenden Windes in der Höhe kaum bewegten. Dort, wo es am stärksten regnete, gibt es keine Messstation des DWD, so dass keine exakt gemessenen Werte vorliegen. Radardaten zufolge waren es rund 30 bis 60 Liter Regen je Quadratmeter innerhalb von ein bis zwei Stunden, sagte Meteorologe Paul Dilger. An einer Messstation der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) in Calw im Nordschwarzwald fielen gut 61 Liter je Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden.

Auch für den Mittwoch hatte der DWD vor starken Gewittern im ganzen Land gewarnt. Starkregen bis zu 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit und Hagel seien möglich gewesen. Örtlich könnten auch 30 bis 60 Liter erreicht werden.

Zum Wochenende soll nach der Vorhersage des DWD mit einer südwestlichen Strömung trockenere Luft nach Baden-Württemberg kommen, so dass die Gewitterneigung deutlich abnimmt. In der Rheinebene kann es bei Sonnenschein bis zu 30 Grad warm werden. Über dem Bergland können aber weiterhin Wolken aufquellen.

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