Beim VfB Stuttgart, kommentiert unser Autor Dirk Preiß, ist viel versucht worden. Doch anscheinend haben längst nicht alle den Ernst der Lage erkannt. Das muss sich sehr schnell ändern.
Stuttgart - Schon einmal ist der VfB Stuttgart in der jüngeren Vergangenheit mit viel Schlafmützigkeit aus einer Pause gekommen – und hat damit fast alles aufs Spiel gesetzt. Das war im Frühjahr 2020, im Anschluss an den ersten Lockdown setzte es zwei Niederlagen in Liga zwei. Am Ende ging noch gut, was gut gehen musste, der VfB schaffte die Rückkehr in die Bundesliga.
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Nun hat der VfB erneut einen Re-Start verpatzt – und die Sorgen sind nicht weniger groß als vor rund zwei Jahren. Ganz im Gegenteil. Das Team ist dabei, den Anschluss ans rettende Ufer zu verlieren. Dabei ist das Bekenntnis zum eingeschlagenen Weg zwar nach wie vor nicht falsch. Die Frage aber muss erlaubt sein: Verstellt das Gerede vom – wenn nötig – gemeinsamen Gang in Liga zwei den Blick fürs Wesentliche? Vor allem bei den Spielern?
Ein weiterer Abstieg ist eine Horrorvision
Für die Tatsache, dass ein dritter Abstieg innerhalb von nur sechs Jahren kein weiterer Ausrutscher, sondern eine Horrorvision darstellt? Dafür, dass es alles andere als selbstverständlich wäre, auch ein drittes Mal die direkte Rückkehr zu schaffen? Dafür, dass in Coronazeiten jeder Cent benötigt wird – und ein Abstieg bekanntlich tiefe Löcher in eine ohnehin fast leere Kasse reißt? Dass ein erneuter Absturz also mit aller Macht verhindert werden muss? Der SC Freiburg mag in Sachen Ruhe und Kontinuität ja als Vorbild taugen, drei Abstiege binnen sechs Jahren hatte aber selbst dieses Idyll nie zu verkraften.
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Das VfB-Team macht jedenfalls nicht den Eindruck, als hätte es den Ernst der Lage erkannt. Was bleibt? Eigentlich nur die Hoffnung – auf was auch immer. Denn die Mittel der Wahl, der Trainerwechsel soll ja kein solches sein, sind nahezu ausgeschöpft. Es gab schützende und harte Worte gegenüber der Mannschaft. Es gab eine Transferperiode, in der lediglich ein 19-jähriger Angreifer geholt wurde. Es gab personelle und taktische Versuche. Die einst Verletzten sind auch wieder zurück, und es gab ein Trainingslager in Marbella. Alle Maßnahmen sind bislang verpufft. 13 Spiele bleiben, den Worst Case abzuwenden. Höchste Zeit, endlich aufzuwachen.