Bei der Frage der künftigen Verteilung der Fernsehgelder im Fußball hat der Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zwar kein Mandat, regiert aber im Stile eines autokratischen Herrschers, findet unser Redakteur Heiko Hinrichsen.
Stuttgart - Während der Deutsche Fußball-Bund von einer Affäre zur nächsten taumelt und die Deutsche Fußball-Liga am angekündigten Abgang ihres Chefs Christian Seifert zu knabbern hat, übernimmt jetzt also der große Zampano aus München das nationale Kommando. Karl-Heinz Rummenigge hat zwar in Fragen der Verteilung deutscher TV-Gelder kein Mandat, denn dies ist die Aufgabe des neunköpfigen DFL-Präsidiums. Und doch sendet der Bayern-Boss im Stile eines autokratischen Herrschers eine klare Botschaft: Mia san die Bestimmer.
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Positionspapiere mit alternativen Gedanken zur Verteilung der Milliarden-Einnahmen aus dem Fernsehtopf, wie sie unter anderem der VfB-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger völlig zu Recht formuliert hat, sie sind im Herrschaftsbereich des bayerischen Löwen komplett unerwünscht.
Wer Meister wird, ist schon jetzt klar
Dass bei acht Münchner Titeln in Folge bald kein Teenager in der Republik mehr weiß, wie sich ein spannender Meisterschaftskampf anfühlt? Dass sich in der aktuellen Tabelle bereits nach sieben Spieltagen wieder das Establishment von Dortmund bis nach Leipzig hinter dem FC Bayern ganz oben eingenistet hat und bereits klar ist, wer diesen seltsamen Wettkampf namens deutsche Fußball-Meisterschaft am Ende gewinnt?
All dies und die Tatsache, dass die Schere zwischen Klein und Groß weiter rasant auseinander klafft, das kümmert Rummenigge herzlich wenig. Hauptsache, sein Club kann auf internationalem Parkett den Clubs aus Paris, Liverpool und London mit ihren milliardenschweren Finanz-Heuschrecken weiter die Stirn bieten.