Matthias Stotz (links) verlässt Junghans. Hannes Steim führt künftig den Uhrenhersteller als alleiniger, geschäftsführender Gesellschafter. Foto: Junghans

Beim Schramberger Uhrenhersteller Junghans gibt es künftig keine Doppelspitze mehr. Geschäftsführer Matthias Stotz geht nach 16 Jahren neue Wege.

Junghans-Geschäftsführer Matthias Stotz, der 16 Jahre an der Spitze des traditionsreichen Schramberger Uhrenherstellers Junghans steht, geht neue Wege. Künftig führt Hannes Steim, der erst im vergangenen Jahr ins operative Geschäft eingestiegen ist, die Firma als alleiniger, geschäftsführender Gesellschafter.

Wie Junghans mitteilte, wird Stotz zum 8. September 2023 auf eigenen Wunsch das Unternehmen verlassen, um sich beruflich neuen Herausforderungen zu stellen. Mit ihm verliere man eine „außergewöhnliche Persönlichkeit, die Junghans nach der Insolvenz im Jahre 2008 wieder auf die Erfolgsspur gebracht hat“, sagte Steim, der seit Juni 2022 gemeinsam mit Stotz das Unternehmen führte. Stotz habe maßgeblich zur positiven Entwicklung der Marke beigetragen, so Steim weiter. Er bedauere dessen Entscheidung, das Unternehmen zu verlassen.

„Lachendes und weinendes Auge“

Stotz seinerseits bedankte sich ausdrücklich bei den beiden Gesellschaftern Hans-Jochem Steim und dessen Sohn Hannes Steim „für das große, in mich gesetzte Vertrauen sowie die besondere Möglichkeit, für eine so bedeutende Marke arbeiten zu dürfen“. Er gehe mit einem lachenden und weinendem Auge, denn die Marke und die Menschen werde er vermissen. „Andererseits freue ich mich auf ein neues Kapitel“, sagte der Uhrmachermeister in vierter Generation, der seit 2008 die Geschicke von Junghans leitet. Wohin ihn sein Weg führt, wird in der Pressemitteilung nicht genannt.

Junghans wurde 1861 gegründet und hat in seiner langen Tradition Höhen und Tiefen erlebt. Bereits 1903 war Junghans mit 3000 Beschäftigten der größte Uhrenhersteller der Welt. 2008 ging Junghans in die Insolvenz. Anfang 2009 übernahm die Schramberger Familie Steim Junghans aus der Insolvenz und wurde als die Retter von Junghans gefeiert. Gemeinsam mit Geschäftsführer Stotz läuteten sie den Neuanfang an. Im vergangenen Jahr machte Junghans gut 19 Millionen Euro Umsatz, zwei Drittel entfallen auf den Verkauf mechanischer Zeitmesser. In Schramberg hat Junghans 110 Beschäftigte.