Gregor Kobel, Torhüter des VfB Stuttgart, hier im Spiel gegen den SC Freiburg (Archivbild) Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Angesichts der begeisternden Offensive gehen die konstant guten Leistungen von Torhüter Gregor Kobel beim VfB Stuttgart etwas unter. Am Samstag steht für den Schlussmann ein besonderes Duell an.

Stuttgart - Es ist ein kleines Generationenduell. Die Partie des VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (18.30 Uhr/Liveticker) ist auch die von Gregor Kobel gegen seinen Landsmann Yann Sommer. Die aktuelle Nummer eins des Schweizer Nationalteams zu Gast bei der künftigen? Noch trägt der 23 Jahre alte Keeper des VfB die Rolle des Herausforderers. Langfristig ist ihm das Erbe des 32 Jahre alten Stammtorwarts der Eidgenossen aber zuzutrauen.

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Kobel ist eine verlässliche Größe und einer der Erfolgsgaranten des VfB in der bisherigen Saison der Fußball-Bundesliga. Während die Offensivkräfte vorne für Furore und Schlagzeilen sorgen, erledigt der 1,94-Meter-Mann hinten mit bemerkenswerter Souveränität seinen Job. Starke 69 Prozent der Bälle, die an den ersten 15 Spieltagen auf sein Tor kamen, wehrte er ab. Ligaweit liegt er mit diesem Wert auf Platz sechs - und damit unter anderem vor seinen Landsleuten Roman Bürki (Borussia Dortmund/62,7 Prozent) und Sommer (56,6 Prozent).

Kobel treibt mit lauten Kommandos an

Auch in den ersten beiden Partien des neuen Jahres überzeugte Kobel. Sein Auftritt gegen RB Leipzig (0:1) vor knapp zwei Wochen, bei dem er einen Foulelfmeter von Emil Forsberg parierte, hätte dem Torwart „sehr, sehr gut“ getan, sagte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo kürzlich. Und auch gegen seinen Ex-Club FC Augsburg (4:1) sei Kobel in den kniffligen Phasen am vergangenen Sonntag „nicht unwichtig“ gewesen, befand Sportdirektor Sven Mislintat.

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Mit lauten Kommandos, die gerade in Zeiten der coronabedingten Geisterspiele gut zu hören sind, treibt Kobel seine Mitspieler von hinten an. Abseits des Platzes tritt er etwas ruhiger und sachlicher, in der Regel aber nicht weniger selbstbewusst auf. Er glaube schon, dass er „mehr erlebt habe als mancher andere“ in seinem Alter, sagte Kobel im Sommer der „Bild“-Zeitung. Als 16-Jähriger war er einst nach Deutschland in den Nachwuchs der TSG 1899 Hoffenheim gewechselt, lebte dort zunächst bei einer Gastfamilie. Es ist eine Erfahrung, die ihn geprägt und in gewisser Weise auch schnell reifen lassen hat.

Nach seiner starken Aufstiegssaison mit dem VfB lehnte Kobel im Sommer ein Angebot der Berliner Hertha ab, unterschrieb stattdessen bis Ende Juni 2024 bei den Schwaben. Dort will er weiter wachsen und sich für die Nationalelf empfehlen, zu der er im November zwar erstmals nach zwei Jahren wieder eingeladen worden war, wegen Rückenproblemen dann aber nicht hinreisen konnte. Das nächste Kräftemessen mit Sommer gibt’s dafür nun eben in der Bundesliga.

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