Wintana Kahsay: „Das war ein absolutes Highlight in meinem Leben.“ Foto: Marta Popowska

Die Stuttgarterin Wintana Kahsay ist amtierende Mrs. Baden-Württemberg und schaffte es ins Finale der Mrs. Deutschland Wahl. Warum hat die 37-Jährige an dem Wettbewerb teilgenommen?

Ihre Schärpe hat Misses Baden-Württemberg 2024 fürs Foto mitgebracht. Auf den Titel ist die Stuttgarterin Wintana Kahsay stolz. Damit hat sie sich auch für die Wahl zu Misses Deutschland qualifiziert – und schaffte es unter die sechs Finalistinnen. Für Wintana Kahsay gab es viele Gründe, an der Wahl teilzunehmen.

Eines vorweg: Misses ist kein Tippfehler. Im Gegensatz zur Miss-Wahl richtet sich die „Mrs. Deutschland“ an Frauen bis 50. Sie dürfen Kinder haben und sowohl ledig als auch verheiratet sein. „Ich habe noch nie an so einem Wettbewerb teilgenommen“, sagt die 37-Jährige. Doch der gebürtigen Stuttgarterin und alleinerziehende Mutter eines sechsjährigen Sohnes ging es darum, ihre Komfortzone zu verlassen. „Ich wollte meinen Mut auf die Probe stellen“, sagt sie. Dank des Zuspruchs von Freunden und Familie habe sie sich schließlich getraut, die Bewerbung abzuschicken.

Verstaubtes Image soll abgelegt werden

Schönheitswettbewerbe versuchen seit längerem, ihr angestaubtes Image abzulegen und zeitgemäßer aufzutreten. Die Jury der bekanntesten Wahl, Miss Germany, kürte im Februar mit Apameh Schönauer (39) ihre älteste Siegerin. Auf der Internetseite liest man Sätze wie: „Miss Germany ist die Auszeichnung für Frauen, die Verantwortung übernehmen. […] Wir schaffen dabei ein Netzwerk für Frauen, die als Vorbild agieren und eine weltoffene und moderne Gesellschaft prägen.“

Und auch bei der kleineren Konkurrenzveranstaltung Miss und Mrs. Deutschland der Miss Germany Organisation (MGO) legt man Wert auf Persönlichkeit. „Hier wird über Beruf, Hobbys, Zukunftswünsche geplaudert“, heißt es etwa zum Ablauf des ersten Durchgangs. In der zweiten Runde geht es dann im Badeanzug über den Laufsteg, wobei aber ein Sarong, also ein Hüfttuch, getragen werden darf.

Man muss weder dünn noch groß sein

„Ich bin natürlich zwiegespalten. Ja, man wird bewertet, aber ich habe mich auch mit dem Wissen beworben“, sagt Wintana Kahsay. Man könne durchaus eine andere Botschaft aussenden: „Ich kann meinem Schönheitsideal treu bleiben und annehmen, was mir nicht gefällt“, sagt sie. Bei der Misses-Wahl müsse man weder dünn noch groß sein. „Man darf man selbst sein“, betont sie. Die Teilnehmerinnen seien sehr unterschiedlich gewesen und auch auf zwischenmenschlicher Ebene habe sie nur positive Erfahrungen gemacht. Der Stuttgarterin ist wichtig gewesen, eine Bühne zu bekommen und zu zeigen, wie kulturell vielfältig das Land sei: „Meine Message ist: Zeigt euch!“

Sich zeigen, das tut sie auch diese Woche beim Sender Vox in der Sendung „Shopping Queen“. Vor Kameras zu treten macht ihr in erster Linie Spaß. Und auch zum Schönheitswettbewerb fällt Wintana Kahsays Fazit deutlich aus: „Das war ein absolutes Highlight in meinem Leben. Wann sonst steht man auf einer solchen Bühne?“

In der Freizeit wird Schlittschuh gelaufen

Im alltäglichen Leben geht es weitaus weniger glamourös zu. Da arbeitet sie bei der Rentenversicherung, läuft in ihrer Freizeit Schlittschuh oder geht mit ihrem Sohn auf den Fußballplatz. Vielleicht hat ihr diese Bodenständigkeit dabei geholfen, die Misses Deutschland Wahl entspannt anzugehen. „Wenn man sich Druck macht, dann klappt das nicht.“ Ihr Tipp lautet: „Lieber erleben“, anstatt mit einer „Haben-Wollen“- Einstellung an Dinge heranzugehen.