Levi Märkt und seine Kollegen vom KSV müssen erst zusammenwachsen. Foto: /Herbert Rudel

Am Samstag starten die Kampfsportler des KSV Esslingen in die Judo-Bundesliga. Auf das frische, junge Team wartet zum Auftakt ein alter Bekannter.

Es ist kein Zufall, dass die Judokas des KSV Esslingen zum Start in die Bundesligasaison genau wie vor einem Jahr auf den VfL Sindelfingen treffen. Am Samstag um 18 Uhr geht’s los. Nur alle zwei Jahre werden die Begegnungen neu ausgelost. In diesem Jahr kämpfen die Esslinger also in der selben Reihenfolge gegen ihre Konkurrenten wie in der zurückliegenden Saison, nur eines ist anders: Wer zuletzt Heimrecht hatte, muss nun auswärts antreten. Dieses mal sind also die Esslinger die Gastgeber.

Der Auftakt gegen Sindelfingen ist auch aus einem anderen Grund etwas Besonderes. Ein Derby, na klar. Aber noch mehr als das: Im März vergangenen Jahres hatten es die Esslinger Favoriten in Sindelfingen mit 7:7 nur auf ein Unentschieden geschafft. Dieses anders geplante Remis trug am Ende nicht unwesentlich dazu bei, dass der KSV nicht in die Final-Four-Runde gelangte. Am Samstag soll nun alles anders werden. „Wir hoffen nicht auf ein Déjà-vu dahingehend, dass wir nicht siegen“, sagt KSV-Chefcoach Carsten Finkbeiner.

„So etwas nicht nochmal“

Da passt es ganz gut, dass die Vorzeichen deutlich besser stehen als vor einem Jahr. Bisher sind beinahe alle Athleten fit und gut vorbereitet, sagt Finkbeiner. Nur zwei Kämpfer fallen voraussichtlich lange aus und werden bestenfalls gegen Ende der Saison einsatzbereit sein. Es geht um den Spanier Nikoloz Sherazadishvili und den Neuzugang aus den Niederlanden Jur Spijkers. Sie haben sich langwierige Verletzungen zugezogen.

Doch im Großen und Ganzen sei die Mannschaft gut aufgestellt, sagt Finkbeiner. Vor einem Jahr war das noch anders. In einem Interview mit unserer Zeitung im September bilanzierte der KSV-Trainer: „Ich habe noch nie eine Saison mit einer solchen Verletztenmisere erlebt.“ Besonders in der untersten Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm, in der es schwer ist, Kämpfer zu finden, fielen teils beide Leistungsträger gleichzeitig aus. Jetzt sagt Finkbeiner: „So etwas wie vergangene Saison will ich nicht nochmal erleben.“

Absolutes Ziel ist die Endrunde

In den vergangenen Monaten gab es einen starken Umbruch im Team. „Wir haben uns verjüngt“, erklärt der Trainer. Hochkarätige und erfahrene Judokas wie Steffen Hoffmann, René Schneider und Niklas Ebert haben aus beruflichen Gründen den blau-gelben Judoanzug des KSV an den Nagel gehängt. Dafür kamen „junge, hungrige Kämpfer“ neu ins Team, erklärt Finkbeiner. In der Klasse bis 66 Kilogramm ist das der amtierende deutsche Meister David Ickes. Hinzu kommen der Vizemeister Jano Rübo (bis 73 Kilogramm), Etienne Zeiger, der Süddeutsche Titelträger von 2022 (ebenfalls bis 73 Kilogramm) sowie Fabian Kans, der den dritten Platz bei der U-23-EM 2022 belegte. Er verstärkt den KSV in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm. Esslinger Eigengewächse sind aber nicht unter den Neuzugängen.

Zunächst geht es den Esslinger Judokas darum, als Team zusammenzuwachsen, sagt Finkbeiner. Und dann wollen sie wieder das schaffen, was ihnen fast immer, aber in der vergangenen Saison nicht gelungen ist: „Die Endrunde ist das absolute Ziel“, erklärt der Trainer. Finkbeiner ist zuversichtlich, besonders im Hinblick auf das Team: „Wir haben starke, junge Athleten, die die Abgänge gut kompensieren.“ Gegen die Gäste vom VfL steht der Mannschaft nun die erste Prüfung bevor: „Sindelfingen ist die große Unbekannte“, sagt Finkbeiner. „Aber wir sind der Favorit und sind motiviert.“

Der Bundesliga-Kader des KSV Esslingen

Bis 60 Kilogramm:
Fabian Häßner, Francisco Garrigos, Jaba Papinashvili, Martin Schuhmacher, Maximilian Heyder.

Bis 66 Kilogramm:
Bagrati Niniashvili, David Ickes, Lukas Klemm, Orkhan Safarov.

Bis 73 Kilogramm:
Bilal Ciloglu, Etienne Zeiger, Giorgi Terashvili, Jano Rübo, Lasha Shavdatuashvili, Levi Märkt, Shakhram Akhadov.

Bis 81 Kilogramm:
Felix Kurz, Frank De Wit, Giorgi Sherazadishvili, Rustam Orujov, Schamil Dzavbatyrov, Tato Grigalashvili.

Bis 90 Kilogramm:
Beka Gviniashvili, Davlat Bobonov, Fabian Kansy, Hugo Murphy, Lasha Bekauri, Maximilian Schubert, Noel van´t End.

Bis 100 Kilogramm:
Dino Pfeiffer, George Udsilauri, Michael Korrel, Nikolz Sherazadishvili, Varlam Liparteliani.

Ab 100 Kilogramm:
Daniel Udsilauri, Dimitri Peters, Guram Tushishvili, Jur Spijkers, Levani Matiashvili, Sven Heinle.