Die Schülerzahl an der Pliensauschule wird von 265 Kindern im kommenden Schuljahr voraussichtlich auf 358 im Schuljahr 2024/25 steigen. Foto: Roberto Bulgrin - Roberto Bulgrin

Die Schülerzahlen in der Pliensauvorstadt steigen zunehmend, weshalb die Pliensauschule aus allen Nähten platzt. Zur Lösung des Problems erwägt die Stadt Esslingen mehrere Möglichkeiten.

EsslingenAn der Pliensauschule läuft eine ganze Menge. Schon lange kämpft sie deshalb mit Platzproblemen. Für die kommenden Jahre kündigen sich noch mehr Schüler an. Im Katalog der möglichen Problemlösungen hat die Stadt sich jetzt eine weitere Option gesichert – und zwar das Vorkaufsrecht für die Nachbargrundstücke im Quartier zwischen Breiten-, Weil-, Uhland- und Parkstraße.

Die Pliensauschule ist nicht nur Grundschule für die Kinder aus der Pliensauvorstadt und aus dem Nachbarstadtteil Weil. Zu den derzeit drei Parallelklassen pro Stufe kommen zwei internationale Vorbereitungsklassen und eine Grundschulförderklasse. 265 Schüler lernen im kommenden Schuljahr in dem Gebäude aus dem Jahr 1913 und seinen Zubauten. 165 Kinder in sieben Gruppen nutzen das Ganztagsangebot, dazu gibt es eine Kernzeitgruppe und eine Frühbetreuungsgruppe, die schon um 6.30 Uhr loslegt.

All das braucht Platz und hat die Schule ohnehin schon an den Rand ihrer Kapazitäten gebracht. So war es nicht einfach, vor ein paar Jahren auch noch eine Mensa auf dem Schulgelände unterzubringen. Die ist jetzt schon am Anschlag, obwohl die Kinder schon in drei Schichten essen. Es fehlen zudem Rückzugsräume für die Schülerinnen und Schüler, der Pausenhof ist sehr beengt. Darüberhinaus entstehen in den kommenden Jahren neue Wohnungen im Schulbezirk – etwa auf dem Nürk-Areal und dem ehemaligen VfLPost-Gelände in der Vorstadt oder in den Salucci-Höfen in Weil. „Aber auch ohne die Neubaugebiete verzeichnen wir steigende Schülerzahlen, sodass wir zum Schuljahr 2022/23 in der Pliensauschule schon knapp in die Vierzügigkeit rutschen“, berichtet der städtische Schulamtsleiter Bernd Berroth. Sein Fazit: „Wir bräuchten deshalb dort eine größere Schule.“

Schon länger hat man sich überlegt, wie man die Raumnot angehen könnte. Es gab auch umfassendere Gedankenspiele, ob man die Kinder nicht in irgendeiner Form auf dem Areal der Adalbert-Stifter-Schule unterbringen könnte. „Doch davon haben wir ganz Abstand genommen“, sagt Berroth.

Stattdessen wäre es beispielsweise denkbar, die Grundschulförderklasse und vielleicht auch die Vorbereitungsklassen an anderen Schulen mit mehr Platz anzudocken. „Man könnte auch den Schulbezirk anders zuschneiden und die Weiler Kinder der Grundschule in Mettingen zuordnen“, zählt Berroth eine weitere Lösungsmöglichkeit auf. Aber das Schulhaus in Mettingen sei ohne Ausbau des Dachgeschosses auch am Limit. Diese Karte könne man aber durchaus ziehen. Zumal die Mettinger Grundschule derzeit zweizügig ist, „die Tendenz aber auch zu drei Eingangsklassen geht“.

Um sich eine weitere Option direkt vor Ort in der Vorstadt zu eröffnen, hat sich die Stadt nun das Vorkaufsrecht für die Nachbarhäuser der Pliensauschule gesichert. Sollte sich hier eine Möglichkeit ergeben, wäre das aus Sicht der städtischen Schulverwaltung eine durchaus attraktive Lösung des Problems. „Aber wir haben, wie gesagt, auch noch andere Möglichkeiten. Und es ist auch noch nichts entschieden“, betont Berroth.

Schule in der Vorstadt

Die Pliensauschule ist 1913 nach Plänen des Esslinger Stadtbaumeisters Gustav Blümer erbaut worden. Laut der Denkmaltopografie des Landesamts für Denkmalpflege ist der „dreigeschossige Bau geprägt durch zeittypische, historistische Zierelemente“ wie den Erkern, dem weit vorgezogenen Dachüberstand und dem zentralen Dachaufbau mit zwei geschwungenen Giebeln, flankiert von kleineren Gauben. Zum Gebäudeensemble gehört eine Turnhalle und neuere Zubauten. 1959 hatten die Pliensauvorstadt und Weil mit der Adalbert-Stifter-Schule eine weitere Grundschule in der Vorstadt bekommen, die aber 1978 Hauptschule wurde, dann Werkrealschule und in diesem Jahr ausgelaufen ist.

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