Zur Hälfte der Spielzeit 2023/2024 brilliert das Staatstheater Stuttgart mit tollen Zahlen: Oper, Ballett und Schauspiel erreichen zusammen eine Auslastung von 84 Prozent.
Auslastung 90 Prozent! 20 Prozent mehr als geplant. Diese Zahl schien vor Kurzem für das Schauspiel Stuttgart noch unerreichbar. Vielleicht auch deshalb kommentiert Schauspielintendant Burkhard C. Kosminski den Ansturm von knapp 60 000 Besucherinnen und Besuchern eher zurückhaltend: „Die derzeit hohe Auslastung freut uns natürlich sehr, aber das ist nur ein Zwischenstand, eine Momentaufnahme.“ Kosminski verweist auf Ostern und Pfingsten, erfahrungsgemäß etwas schwächere Theaterwochen, um dann doch zu sagen: „Wir würden uns sehr freuen, wenn wir am Ende der Spielzeit 23/24 einen Zuschauerzuwachs von fünf Prozent verzeichnen könnten.“
Mit etwas mehr als ebendiesem Plus kratzt das Stuttgarter Ballett aktuell an einer bundesweit einmaligen Marke: 99,5 Prozent Auslastung. „Wir sind hocherfreut über unsere momentane sagenhafte Auslastung“, sagt Intendant Tamas Detrich. Und betont: „Die Menschen aus Stuttgart und Umgebung zeigen damit ihren Zuspruch zu der großen Bandbreite unseres Repertoires und natürlich auch unseren Weltklassetänzer/-innen.“ Was die Menschen begeistert? „Der Enthusiasmus, den wir in den letzten Monaten seitens unseres Publikums gespürt haben“, sagt Tamas Detrich, „war überwältigend und ist ein deutliches Signal, dass die Menschen ein starkes Verlangen nach dem Liveerlebnis im Theater haben.“
Eben darauf baut auch die Staatsoper Stuttgart und zeigt sich immer wieder experimentierfreudig. Vehement hat man in den vergangenen Monaten klargemacht, dass die Kunstform Oper ein Stadtereignis sein kann – und das Ensemble um Intendant Viktor Schoner untermauert mit der Uraufführung von Bernhard Langs „Dora“ an diesem Sonntag um 18 Uhr im Opernhaus den Kurs, auch bei einem jüngeren Publikum zu punkten. Oper ist wieder cool in Stuttgart – dies sollte in den nächsten Monaten die Publikumszahlen über die aktuellen 75 Prozent Auslastung weiter nach oben treiben.
Drei Sparten, ein Haus und gute Zahlen – das freut auch den Geschäftsführenden Intendanten der Staatstheater Stuttgart. „Zur Mitte der Spielzeit“, sagt Marc-Oliver Hendriks, „lässt sich festhalten, dass die Staatstheater die sehr positive Entwicklung aus der Saison 2022/23 weiter verstetigen konnten. Das Publikum nimmt die vielfältigen Angebote der drei Sparten mit Begeisterung auf.“ Und auch Hendriks unterstreicht: „Dass sich dabei das Schauspiel mittlerweile den bekanntermaßen legendär hohen Auslastungszahlen des Balletts annähert, darf als absolut bemerkenswert bezeichnet werden.“