Die Jobcenter von Möhringen und Vaihingen sind von Montag an hier zusammengelegt. Foto: Andreas Rosar

Die Jobcenter von Möhringen und Vaihingen werden in der Schwabengalerie zusammengelegt. Das war dringend nötig, weil die Raumnot groß war – und trotzdem hat es lange gedauert. Warum? Und wann ist es soweit?

Was die Schulbürgermeisterin Stuttgarts, Isabel Fezer, bei der Verabschiedung des Vaihinger Bezirksvorstehers Kai Jehle-Mungenast Ende Januar sagte, ließ aufhorchen. Es ging um die vor knapp drei Jahren im Gemeinderat beschlossene Zusammenlegung der Jobcenter Vaihingen und Möhringen. Der Mietvertrag in der Schwabengalerie in Stuttgart-Vaihingen sei unterschrieben, sagte sie damals.

Mittlerweile ist der Umzug in vollem Gange. Bereits an diesem Montag wird die Zweigstelle für den Publikumsverkehr öffnen, heißt es seitens der Stadt. „Der Standort ist nicht direkt in der Schwabengalerie, sondern befindet sich in einem Nebengebäude – hier ist auch das Hotel Vienna House untergebracht“, sagt die Stadtsprecherin Lisa Elbin.

Die Menschen mussten in Fluren und auf Treppen warten

Für Jürgen Sauer, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU im Stuttgarter Gemeinderat, sind das erfreuliche Nachrichten. Denn die Jobcenter waren gemeinsam mit anderen Ämtern – etwa dem Bürgerbüro – in den jeweiligen Bezirksrathäusern untergebracht und die Raumnot war entsprechend groß. Das ging so weit, dass so viele Menschen in Fluren und auf Treppen warten mussten, dass fast kein Durchkommen mehr war. Die Flucht- und Rettungswege waren zugestellt, Datenschutzbelange konnten wegen der Enge ebenfalls nicht eingehalten werden. In Vaihingen musste sogar der Sitzungssaal, der auch für Trauungen genutzt wurde, für Arbeitsplätze aufgegeben werden.

„Der Leidensdruck war in beiden Bezirksämtern groß“, fasst Sauer zusammen. Daher hatte seine Fraktion bereits im April 2021 den Antrag gestellt, die Raumnot zu beheben. Ein paar Monate später, im Juli, beschloss der Gemeinderat die Zusammenlegung und damit den Auszug der beiden Jobcenter aus den dortigen Bezirksrathäusern. Schon damals war von Besichtigungen freier Räume in der Schwabengalerie die Rede. Doch es tat sich erst mal nichts.

Weiterer Weg für Leistungsberechtigte aus Möhringen

„Dass es zu solchen Verzögerungen kam, lag am Vermieter“, sagt Anette Müller vom Liegenschaftsamt der Stadt Stuttgart und zuständig für die Immobiliensuche in diesem Fall. „Er hat es einfach nicht hinbekommen mit uns den Mietvertrag abzuschließen“, ergänzt sie. Dass er eine Nutzung nicht wollte, glaubt Müller nicht. Denn schließlich sei es am Ende doch dazu gekommen. „Ich glaube, dass er es einfach nicht nötig hatte.“ Franz Jebavy, der Citymanager der Schwabengalerie, und seine Stellvertreterin waren am Freitag nicht erreichbar, um zu dieser Aussage Stellung zu nehmen.

Die neu bezogenen Flächen im Gebäude Hauptstraße 24 sind laut Müller jedenfalls für die Anforderungen des Jobcenters umgebaut worden und fertig. Thomas Kopf, der Verwaltungsleiter der Jobcenter Stuttgart, sagt, dass die Zusammenlegung an einem Standort die Arbeit „organisatorisch deutlich einfacher“ mache. Auch deshalb, weil die Leiterin Manuela Kast nicht mehr zwischen zwei Dienststellen wechseln müsste. Gleichzeitig gibt Kopf zu bedenken, dass Leistungsberechtigte aus Möhringen jetzt einen längeren Weg haben.

Kann die Lösung Schule machen?

Jürgen Sauer hält das für tragbar. Er ist der Meinung, dass der Zusammenschluss in der Schwabengalerie für alle Vorteile bringt. Schließlich würden alle – Kunden des Jobcenters, Rathäuser und Bürger – von mehr Platz profitieren. Jetzt gehe es darum, den gewonnen Raum so zu nutzen, dass die verbleibenden Ämter ihren Aufgaben besser gerecht werden könnten. Laut der Stadt wird der Platz hauptsächlich vom Bezirksamt und von den Bürgerbüros nachbelegt.

Völlig vom Tisch ist das Thema für Sauer und seine Fraktion damit aber noch nicht: „Jetzt geht es auch um die Frage, wie die Situation in anderen Rathäusern ist und ob die Lösung aus Vaihingen vielleicht Schule machen kann.“