Aglaia Handler und Alexander Mauz gehen mit gutem Beispiel voran. Foto: Peter Stotz

Der Bürgerausschuss Berkheim hat eine Initiative gegen die Vermüllung gestartet: Künftig können Spaziergänger, ausgestattet mit den notwendigen Utensilien, auf ihren Wegen Abfall aufsammeln.

Esslingen - Mit dem einsetzenden Frühling steigt die Zahl der Spaziergänger auf den Wirtschaftswegen am Rand der Stadtteile. Damit nimmt aber auch die Menge des Abfalls, der am Wegesrand verloren oder achtlos weggeworfen wird, sichtbar zu. Der Bürgerausschuss Berkheim hat nun eine Initiative gegen die Vermüllung gestartet: Künftig können Spaziergänger, ausgestattet mit den notwendigen Utensilien, auf ihren Wegen Abfall aufsammeln und damit im Vorbeigehen zu einer sauberen Landschaft am Ortsrand beitragen.

Hintergrund ist, dass das traditionelle stadtweite Großreinemachen „ES putzt“ aus Gründen des Infektionsschutzes bereits zum zweiten Mal abgesagt werden musste. Damit blieben die Abfälle, die sonst von ehrenamtlichen Helfern am Wegesrand aufgesammelt, aus Gebüschen geklaubt und von Ackerflächen geholt werden, erneut liegen. Der Bürgerausschuss Berkheim mochte die zunehmende Vermüllung nicht länger mit ansehen und hat daher die Initiative für einen sauberen Ortsrand gestartet.

Viele Beschwerden von Bürgern

„Auf den Berkheimer Feldern und im Wald wird momentan sehr viel Müll und Hundekot in Tüten fallengelassen. Wir bekommen deswegen zur Zeit viele Beschwerden von den Bürgern“, erzählte Aglaia Handler, die Vorsitzende des Bürgerausschusses Berkheim. Ausgestattet mit Zangen und Eimern hatten sich Handler und ihr Stellvertreter Alexander Mauz am Samstagvormittag zu einem kleinen Spaziergang über die Wirtschaftswege am südlichen Ortsrand von Berkheim aufgemacht und dabei in kurzer Zeit eine erstaunliche Menge an Müll aufgesammelt.

Spektakuläres war nicht dabei und wegen der Nähe zu den Wohnhäusern auch nicht zu erwarten. Dafür fanden die Beiden aber eine Menge an Kleinmüll, Kunststoffverpackungen, leere Schnapsflaschen, Papiertaschentücher und etliche Mund-Nasen-Schutzmasken. Besonders auffallend waren die vielen gefüllten und verschnürten Hundekotbeutel, die am Wegesrand und vor allem auf Äckern und Wiesen herumlagen – trotz diverser Warnschilder auf Grundstücken, Wiesen nicht als Hundeklo oder Mülleimer zu missbrauchen.

„Das hat wirklich überhand genommen“, erzählte Aglaia Handler. Von Seiten der Stadt sollte dringend überdacht werden, an den viel begangenen Wegen im Berkheimer Süden auch weitere Müllbehälter für die Hundetüten aufzustellen.

Spaziergänger machten es vor

Wie Alexander Mauz berichtete, waren ihm vor einiger Zeit einige Berkheimer aufgefallen, die mit vollen Mülltüten von ihrem Gang über die Felder zurückkamen. „Diese Idee, einfach nebenher beim Spaziergang den Abfall aufzusammeln, haben wir dann im Bürgerausschuss aufgegriffen“, sagte er. Mit Unterstützung durch das städtische Grünflächenamt, das Eimer, Zangen, Arbeitshandschuhe, Warnwesten und Müllsäcke zur Verfügung stellt und für die Abfuhr des Mülls sorgt, organisiert der Bürgerausschuss nun einmal monatlich eine corona-konforme Putzaktion. Dabei müsse niemand „Abfall aus der letzten Ecke kratzen. Einfach mitnehmen, was gerade so rumliegt, damit ist schon viel gewonnen und es ist viel weniger aufwendig, als dann irgendwann die Meere zu reinigen“, betonte Mauz.

Aglaia Handler hofft nun „auf eine gute Resonanz der Berkheimer Bürger. Wir wollen nicht nur einen Frühjahrsputz machen, sondern die Sensibilität für eine saubere Landschaft und einen sauberen Stadtteil erhöhen“, sagte sie.

Die nächste Putzaktion soll am Wochenende 11. und 12. April stattfinden. Alle Informationen zum Ablauf werden auf der Webseite www.ba-berkheim.de veröffentlicht.

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