Maggie Smith, Joan Plowright, Eileen Atkins und Judi Dench (von links) schrieben ein Stück Filmgeschichte. Foto: Johnson/KSM - Johnson/KSM

Judi Dench, Maggie Smith, Eileen Atkins und Joan Plowright gehören zu den profiliertesten britischen Schauspielerinnen – und sie sind einander seit Jahrzehnten freundschaftlich verbunden. In seinem Dokumentarfilm „Tea With The Dames“ erweist Roger Michell den vier Ladies die Ehre.

EsslingenJede von ihnen hat ein starkes Stück Kinogeschichte geschrieben, und wer Judi Dench, Maggie Smith, Eileen Atkins und Joan Plowright erlebt, wird ein bisschen besser verstehen, weshalb ihnen die Queen den Adelstitel „Dame“ verliehen hat. Die vier, die seit einem halben Jahrhundert eine enge Freundschaft verbindet, sind Schauspielerinnen aus Passion. Gewöhnlich erlebt man sie in profilierten Rollen. Nur wenigen ist das Privileg zuteil geworden, sie ganz privat zu erleben. Regisseur Roger Michell macht das mit seinem neuen Dokumentarfilm „Tea With The Dames – Ein unvergesslicher Nachmittag“ nun möglich.

„Zusammen waren sie 342 Jahre alt, als wir drehten“, erzählt Roger Michell, dem vor Jahren mit der Romantik-Komödie „Notting Hill“ einer der großartigsten Filme aller Zeiten gelungen ist. Und er zieht seinen Hut vor Judi Dench, Maggie Smith, Eileen Atkins und Joan Plowright: „Sie alle stehen im siebten Jahrzehnt ihrer Karrieren voller großer, oft epochemachender Momente auf der Bühne und auf der Leinwand. Sie sind witzig, geistreich, scharfsinnig, ehrgeizig, sentimental, albern, intelligent, sarkastisch, cool, hinreißend, eindringlich, respektlos, ehrfurchtgebietend, alt – und gleichzeitig unglaublich jung. Ein solcher Kreis von Freundinnen ist einmalig, und die einmalige Chance, sie zu beobachten, während sie um einen Tisch versammelt sind, und ihre rückhaltlosen, brillanten Gespräche und unglaublichen Anekdoten zu genießen, konnte ich mir nicht entgehen lassen.“

Seit mehr als 50 Jahren treffen sich die vier von Zeit zu Zeit zum Tee. Dann plaudern sie unverblümt und mit sichtlichem Vergnügen über ihre Leben und den neuesten Klatsch. Sie erinnern sich an alte Zeiten am Theater, im Fernsehen und im Kino, an Lampenfieber und an ihre Ex-Ehemänner. Und sie nehmen kein Blatt vor den Mund, wenn sie die Widrigkeiten des Lebens und ihres Berufs kommentieren. Und manchmal lassen sie richtig Dampf ab. Doch das ist für Maggie Smith kein Problem, schließlich ist sie überzeugt: „Man darf auch als Dame noch fluchen.“ Wenn vier so profilierte Schauspielerinnen ins Plaudern kommen, werden viele Erinnerungen wach. Denn das Leben hat ihnen nicht nur große Erfolge, sondern reichlich Anekdoten geschenkt. So denkt Judi Dench etwa an die Proteste auf dem Trafalgar Square gegen den Vietnamkrieg zurück – und daran, wie ihre Kollegin Vanessa Redgrave ihre Festnahme provozierte, weil sie vergessen hatte, dass sie eigentlich eine Matineevorstellung geben sollte. Und Joan Plowright sagt ungeniert über ihren verstorbenen Ehemann Lawrence Olivier: „Er war wie eine Naturgewalt – und manchmal auch ein Alptraum.“

Ein Dokumentarfilm, in dem vier Schauspielerinnen über ihr Leben und ihre Karrieren plaudern, kann ganz schön lange werden. „Tea With The Dames“ langweilt keine Sekunde. Denn diese großen, alten Damen sind mit so viel Herz und Seele dabei, dass man von ihren selbstironischen und mit trockenem Humor garnierten Erzählungen gar nicht genug kriegen kann. Und man nimmt sie nur zu gern beim Wort, wenn Judi Dench für alle spricht: „Wir arbeiten bis zum Ende!“

Vier alte Freundinnen treffen sich wie so oft zum Tee, um über Gott und die Welt zu plaudern: In Roger Michells Dokumentarfilm „Tea With The Dames“ geben die britischen Schauspiel-Diven Judi Dench, Maggie Smith, Eileen Atkins und Joan Plowright ungewohnt offene Einblicke in ihre Gedanken und in ihre Weltsicht. Und der Zuschauer lässt sich nur zu gerne auf diese herzerfrischende Begegnung ein.

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