Ein Höhepunkt der schwäbisch-alemannischen Fasnet ist der Narrensprung in Rottweil (Symbolbild). Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

Narrenverbände kritisieren die Zunahme von Bürokratie, die Organisation von Umzügen werde immer komplexer. Nun kam es im Landtag zu einer Regierungsbefragung. Was künftig anders laufen soll.

„Früher war das einfacher, da hat man vor Ort mit ein paar Leuten gesprochen, dann fand der Umzug statt. Heute geht das so nicht mehr“, sagt Roland Wehrle. Der 75-Jährige ist der Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte. Er kritisiert die Bürokratie, die immer weiter zugenommen habe. „Wir sollten das vereinfachen, sonst finden wir in zehn Jahren niemanden mehr, der bereit ist, solche Veranstaltungen zu organisieren“, sagt er.

Mancherorts müssten die Narren für ihre Umzüge mehr als 100 Seiten ausfüllen, für Ehrenamtliche eine Zumutung, findet Wehrle. Auf politischer Bühne haben die Narren nun Gehör gefunden. Rückendeckung bekommen sie unter anderem vom FDP-Landtagsabgeordneten Daniel Karrais. „Teilweise stellen die Kommunen extrem hohe Anforderungen“, kritisierte er.

Am Mittwochnachmittag ging es im Rahmen einer Regierungsbefragung um die Bürokratie als „Gefahr fürs Brauchtum“. Karrais befragte den Staatssekretär Thomas Blenke aus dem Innenministerium. „Diese Brauchtumsveranstaltungen sind Ausdruck unserer Tradition“, betonte auch er. Er gab allerdings auch zu bedenken, dass Sicherheit auf Großveranstaltungen unerlässlich sei. Künftig sollen aber zwei neue Wegweiser in den Behörden für mehr Transparenz sorgen, erklärte er. Ziel sei es außerdem, „gleichartigen Veranstaltungen eine mehrjährige Genehmigung zu erteilen.“ Außerdem solle es künftig eine Ansprechperson bei den Ämtern geben, damit Ehrenamtliche nicht von einer Behörde zur nächsten geschickt werden. Er spricht von Verbesserungen, nicht nur für die Narren, sondern auch für andere Veranstaltungen und Traditionen.

Präsident Wehrle hofft, dass die Änderungen bereits in der kommenden Saison ihre Wirkung zeigen.