Ganz locker und ohne Konflikte: BdS-Vorsitzender Schlienz, Referentin und Konfliktberaterin Shkliar und Bürgermeister Schmid (von links). Foto: Markus Brändli - Markus Brändli

Wie man Konflikte leicht lösen kann, zeigte die Kommunikationstrainerin Bogdana Shkliar beim Neujahrsempfang des BdS in Baltmannsweiler.

BaltmannsweilerWie löse ich Konflikte? Fast noch wichtiger: Wie verhindere ich, dass sich Auseinandersetzungen hochschaukeln wie im bekannten Loriot-Sketch, in dem sich Mann und Frau wegen eines zu hart gekochten Eis bis aufs Blut streiten? Und wie äußere ich Kritik so, dass mein Gegenüber damit auch etwas anfangen kann? Fragen, die sich nicht nur in einem Seminar für Rhetorik und Kommunikation diskutieren lassen. Weil das jeden angeht und und jeder gute Ratschläge beim Konfliktmanagement brauchen kann, engagierte der Bund der Selbstständigen (BdS) diesmal eine Dozentin der Universität Tübingen für seinen Neujahrsempfang in Baltmannsweiler. Bogdana Shkliar gab rund 70 Zuhörern im Kulturzentrum viele Tipps an die Hand.

„Mensch ärgere dich nicht!“ war der gut halbstündige Vortrag der jungen Referentin überschrieben. Vielleicht gelingt das manchem in Zukunft, wenn er ein paar Dinge berücksichtigt. „Konflikte gehören zum Alltag“, sagte Shkliar. Deswegen solle keiner Angst davor haben. Oft seien sie sogar Quelle für Innovation und kreative Ideen. Wichtig sei, in jedem Fall angemessen zu reagieren und die Dinge nicht eskalieren zu lassen. „Konflikte müssen nicht unbedingt gelöst werden“, so die Referentin. Auch riet sie davon ab, jede Auseinandersetzung persönlich zu nehmen. Vielleicht könne man das eine oder andere auch als positive Erfahrung verbuchen. Und bei der Einschätzung der Tragweite eines Konflikts helfe oft die Frage: Hat das alles nach einem Jahr überhaupt noch Relevanz? Das lasse einen manches gelassener sehen.

Die Welt sei in vielen Bereichen aus den Fugen geraten, zeichnete BdS-Ortsvorsitzender Carlo Schlienz in seiner Rückschau ein düsteres Bild von 2019. Was ihn als Unternehmer besonders stört, ist der Dieselskandal und die damit verbundenen Fahrverbote, die vielen Mittelständlern schwer zu schaffen machten. In vielen Bereichen werde sich die Situation 2020 kaum verbessern. Auf kommunaler Ebene sei es wichtig, die ortsansässigen Unternehmen zu unterstützen. Denn sie seien „die maßgeblichen Steuerzahler, die den Wohlstand einer Gemeinde sichern“, sagte Schlienz, der auch CDU-Fraktionschef im Gemeinderat ist. In der Schurwaldgemeinde brauche es eine Gewerbe-Initiative, so der BdS-Chef. Vor allem der Einzelhandel in Hohengehren müsse gestärkt werden. Zudem dürfe man nicht versäumen, im Ortsteil Hohengehren rechtzeitig das Gewerbegebiet auszuweiten.

Veränderungsprozesse seien notwendig, erklärte Bürgermeister Simon Schmid in seinem Grußwort. Aber man müsse dabei „mit Maß und Ziel“ vorgehen, um die Menschen nicht zu verunsichern. Gerade auf kommunaler Ebene mache man der großen Politik vor, wie das am besten gelingt. 2019 sei für Baltmannsweiler ein gutes Jahr mit vielen Veränderungen und Verbesserungen gewesen, so der Rathauschef. Dazu zählten die Neugestaltung des Marktplatzes und der Bau eines Kunstrasenplatzes. Mit einer festen Buslinie nach Reichenbach mit fünf Verbindungen an Werktagen habe man das Angebot im öffentlichen Nahverkehr verbessert. 2020 stünden erneut große Aufgaben an. Acht Millionen Euro will die Gemeinde für die Sanierung der Sporthalle und den Bau eines neuen Feuerwehrzentrums investieren. Das seien Mammutaufgaben, die nicht nur einen finanziellen, sondern auch einen organisatorischen Kraftakt bedeuteten, betonte der Bürgermeister.

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