Am Sonntag findet ein internationales Radrennen der Frauen und der Jedermänner und -frauen statt. Von Tamm geht es durch die Kreise Ludwigsburg und Böblingen nach Stuttgart. Etliche Straßen werden gesperrt.
Freie Fahrt für Radler. Das gilt nicht immer in Stuttgart, aber zumindest an diesem Sonntag. Erst gehen 3000 Jedermänner und Jederfrauen auf große Fahrt durch die Region, dann findet die Premiere des Women’s Cycling Grand Prix statt. Beim Straßenrennen der Frauen treten 108 Fahrerinnen aus 18 Teams und zehn Nationen an. Von Tamm geht es über 104 Kilometer durch die Kreise Ludwigsburg und Böblingen. Zielankunft ist gegen 15 Uhr am Stuttgarter Marienplatz.
Für Hobbyradler
Um 8 Uhr starten die Hobbyradler- und radlerinnen vom Cannstatter Neckarpark aus. Zur Auswahl stehen drei Strecken, beim Sunday Morning Race geht es über rund 30 Kilometer Länge, beim Brezel Race gibt es eine kurze Strecke über 65 Kilometer und eine lange Strecke über 110 Kilometer und 850 Höhenmeter, die von Stuttgart nach Tamm, Kornwestheim, Schwieberdingen, Markgröningen, Hochdorf an der Enz, Ditzingen, Leonberg und Gerlingen führt und das Ziel Marienplatz hat.
Rundkurs im Westen
Für alle Autofahrer und Parkenden heißt das, die Radler haben Vorfahrt. Die Strecke ist gesperrt und muss frei von Autos sein. Nach und nach werden die Straßen wieder freigegeben, wenn der Tross sie passiert hat. Gesperrt bleibt allerdings die Zielrunde im Stuttgarter Westen. Viermal fahren die Profiradlerinnen über Rotebühlstraße, Paulinenstraße, Marienstraße, Tübinger Straße, Hohenstaufenstraße und Reinsburgstraße, ehe gegen 15 Uhr die Zieleinfahrt an der Hohenstaufenstraße erwartet wird.
Zentrum des Radtages ist auf dem Marienplatz. Dort gibt es ab 9 Uhr Mitmachaktionen, ein Bühnenprogramm, Gastrostände und eine große Leinwand. Es gibt dort einen gesicherten Fahrradparkplatz, einen kostenlosen Fahrradcheck durch den ADAC Württemberg und einen Kinder-Fahrradparcours. Laut Sportbürgermeister Clemens Maier ist Stuttgart „prädestiniert für den Radsport“. Man wolle deutsche Radhauptstadt dauerhaft sein und bleiben, und dies im Spitzensport und Breitensport verstetigen.
Kritik an der Stadt
Radhauptstadt? Da haben einige Fraktionen im Stuttgarter Gemeinderat eine andere Wahrnehmung, die Linke, die SÖS, die Piraten und die Tierschutzpartei fragen in einem Antrag, „warum in Sachen Fahrradpolitik seit vielen Jahren kaum etwas spürbar voran geht“. Trotz weitreichender Zielbeschlüsse des Gemeinderats stagniere die Umsetzung. Deshalb beantrage man pro Einwohner und Jahr 20 Euro für Infrastruktur und zusätzliches Personal für den Radverkehr in den Doppelhaushalt einzustellen.
Weitere Auflagen
In Sachen Spitzensport immerhin wollen sich die Stadt und die Region nicht lumpen lassen. Auch in den kommenden beiden Jahren wird der Women’s Cycling Grand Prix ausgetragen. Dies wird 630 000 Euro pro Jahr kosten, die Stadt Stuttgart zahlt 400 000 Euro, der Verband Region Stuttgart jeweils 200 000 Euro.
Bewerbung um eine Tour-Etappe?
Wie es danach weitergeht? Man liebäugelt schon mit einer Austragung des Women’s Cycling Grand Prix bis 2028. Und hat erneut das Ziel der Deutschland-Tour der Männer im Blick. Und vielleicht gar eine Etappe der Tour de France. Dafür allerdings müsste man eine Millionensumme in die Hand nehmen.