Quelle: Unbekannt

Kommende Woche gehen in Plochingen wieder die Lichter aus. Zur „Earth Hour“ am Samstag, 25. März, werden etwa die Beleuchtung des Hundertwasserhauses und des Alten Rathauses um 20.30 Uhr für eine Stunde abgestellt. Der Initiator der Aktion, die Nabu-Gruppe Plochingen-Reichenbach, geht dieses Jahr noch einen Schritt weiter: Im Vorfeld startet sie eine „Zero Waste“-Woche, die animieren soll, im Alltag weniger Verpackungsmüll zu produzieren.

Von Greta Gramberg

In den Meeren schwimmen riesige Plastikinseln, die für zahlreiche Wasserbewohner Krankheit und Tod bedeuten. Darauf will der Nabu Plochingen-Reichenbach mit seiner „Zero Waste“-Woche, die morgen startet, aufmerksam machen. „Zero Waste“ heißt auf deutsch „Null Müll“. Über digitale Kanäle erhalten die Teilnehmer der Nabu-Aktion Tipps, wie sie Plastikmüll vermeiden können. Außerdem können die Leute ihre Erfolge in Fotos dokumentieren und nachhaltige Preise gewinnen.

Den Organisatoren geht es darum, zum Nachdenken anzuregen, nicht zu verlangen, sofort gar keinen Müll mehr zu produzieren. Jürgen Kroll aus Reichenbach, der die Aktion koordiniert, weiß selbst, dass das nicht immer einfach ist: Um Verpackungen zu reduzieren, kauft er viele Lebensmittel wie Obst und Gemüse lose, Duschgel im Jahrespack und produziert sogar sein eigenes Tofu - aber dann entdeckt er auf der Banane plötzlich den kleinen Aufkleber oder erhält das Fleisch beim Metzger dann doch in Folie, weil die Verkäuferin seine mitgebrachte Box nicht hinter die Ladentheke nehmen darf.

„Die Idee von „Zero Waste“ ist, dass Leute verstärkt danach fragen: Gibt es das auch lose?“ Kroll ist überzeugt, dass auch die Händler nachziehen. Bis dahin spielen Tipps eine große Rolle, der Austausch über soziale Netzwerke: Kroll selbst lässt sich von „Zero Waste“-Pionieren inspirieren, die inzwischen so wenig nicht verwertbaren Müll produzieren, dass sie dafür nur ein Marmeladenglas brauchen. „Ich bin Lichtjahre vom Marmeladenglas entfernt“, gibt der Reichenbacher zu. Allzu verbissen will er die Idee auch nicht an andere herantragen: Er wolle den Teilnehmern der Aktionswoche keine Angst, sondern es cool machen.

Teilnahme

Wer an der „Zero Waste“-Woche vom 17. bis 24. März teilnehmen will, kann sich per E-Mail an earth-hour@nabu-plochingen.de melden.

Erste Tipps für weniger Verschwendung

Manchmal ist es doch nicht so schwer, auf die ein oder andere Plastikverpackung zu verzichten, Jürgen Kroll vom Nabu Plochingen-Reichenbach gibt Einsteigertipps in ein Leben mit weniger Müll:

Zum Start hilft ein Blick in die eigene Mülltonne: Welche Art von Verpackungsmüll fällt besonders viel an? Das hilft dabei, ihn an der Quelle zu vermeiden.

Selber kochen statt fertig kaufen bedeutet weniger Verpackung.

Bei leicht verderblichen Produkten nur eine Menge kaufen, die sicher benötigt wird.

Frisches Obst und Gemüse bekommt man auf dem Wochenmarkt oder beim Hofladen in der Regel ohne Verpackung. Auch im Supermarkt lässt sich das vermeiden.

Gemeinsam ist leichter: Es macht mehr Spaß, in der Gruppe selbst Nudeln herzustellen, und man kann bei Zeitmangel Verwandte/Freunde bitten, für einen im Spezialladen lose Lebensmittel einzukaufen.

LanglebigeProdukte und Geräte zu kaufen ist besser, wenn möglich auch gebraucht.

Schon beim Kauf an die Entsorgung denken! Wie oft kann es wiederverwendet werden? Sind alle Bestandteile kompostierbar oder lassen sich diese gut recyclen?

Beim Händler kann man nachfragen, ob er mitgebrachte Behälter akzeptiert oder die Behälter/Verpackung zurücknimmt.

Reparieren statt wegwerfen.

Läden/Märkte, die Kroll empfiehlt: Wochenmarkt in Plochingen und Reichenbach, Bioland Gärtnerhof Schickinger Reichenbach, Naturkostfachgeschäft Rübe Reichenbach, Bauernmarkt in Hochdorf bei der Zinßermühle, Unverpackt-Laden Schüttgut in Stuttgart West.

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