Fast 200 Freiwillige wollen mit der Kesselbox die Sicherheit auf Stuttgarts Straßen messen. Das Team hinter der Box zeigen wir in der folgenden Bilderstrecke. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Etliche Leserinnen und Leser wollen die Sicherheit auf Stuttgarts Straßen messen. Die Ersten sind schon unterwegs.

Stuttgart - Es scheint, als habe Stuttgart auf die Kesselbox gewartet. Nachdem einem ersten, vor allem in den sozialen Medien verbreiteten Aufruf zum Mitmachen schon knapp 80 Freiwillige gefolgt sind, kamen nach dem Start unserer Serie „Radort Stuttgart“ fast 100 weitere hinzu – von bekannten Persönlichkeiten wie Cornelius Meister über tägliche Pendler bis hin zu Freizeitradlern.

Die Reaktionen sind regelrecht begeistert. „Ich finde es super, dass die Sicherheit der Radelnden in den Blick genommen wird und es auch die Möglichkeit gibt, heikle Punkte zu benennen“, schreibt eine Leserin. Eine andere möchte mit ihrer Teilnahme „einen Beitrag zum besseren Miteinander der Radfahrer und Autofahrer-Community liefern“. Eines fernen Tages, hofft eine andere Leserin, „könnte diese Stadt ein Radfahrmekka sein – bei den tollen Abfahrten rund um den Kessel“.

Der Wunsch nach Veränderung, nach Verbesserung ist also groß. Die am Stuttgarter Standort der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) entwickelte Kesselbox könnte ein Schritt dorthin sein. Betreut wird das Projekt von einem fünfköpfigen Team von Studierenden, das unter der Leitung des Professors Harald Mandel vergangenes Jahr einen Prototypen des Sensors entwickelte – inspiriert vom Berliner „Tagesspiegel“, der erstmals Radfahrer mit Ultraschallsensoren auf die Straße schickte, um Überholabstände zu messen.

Kooperation mit der DHBW

Vergangenen Sommer waren die DHBW-Kesselboxen erstmals im Einsatz. „Die Studierenden haben das in ihrer Freizeit gemacht. Sie wollten etwas machen, das über ihr Studium hinausgeht“, lobt der Professor Harald Mandel.

In Zusammenarbeit mit unserer Zeitung ist daraus nun ein stuttgartweites Datenprojekt geworden. Die Hardware hat die DHBW bezahlt, zusammengebaut und konfiguriert wurden die Sensoren von den Studierenden. Unsere Zeitung kümmert sich darum, dass die Boxen zu den Freiwilligen und zurück ins Pressehaus kommen. Dafür schicken wir Stuttgarter Radkuriere von der Firma „Die Radler“ los.

Fünf Boxen sind jede Woche im Einsatz; Ende dieser Woche werden zwanzig Boxen bereits jeweils sieben Tage lang durch Stuttgart gefahren sein. Dutzende weitere werden folgen; noch vor den Sommerferien berichten wir im Rahmen unserer Serie „Radort Stuttgart“ über vorläufige Ergebnisse.

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