16.11.2018 Großeinsatz wegen giftiger Dämpfe in Neuhausen

 Foto: SDMG

Neuhausen (rok)Regelrecht von Rettungskräften und Feuerwehr eingekreist wurde am Freitagvormittag gegen 10 Uhr die Firma Balluff in Neuhausen. Etwa 60 Feuerwehrleute und ebenso viele von DRK und Malteser waren ausgerückt, nachdem eine Reihe von Mitarbeitern über Schwindel, Kopfweh und Übelkeit geklagt hatten. Etwa eine Stunde bevor die Rettungskräfte eintrafen, hatte sich der Zwischenfall ereignet. In einem Härteofen hatte sich Gießharz überhitzt, wodurch laut Polizei „gesundheitsschädliche Dämpfe“ freigesetzt wurden. Über die Lüftungsanlage wurden diese Dämpfe im gesamten Gebäude verteilt.

Als die Feuerwehr Neuhausen eintraf, hatte ein Teil der Mitarbeiter das Gebäude bereits verlassen, die Feuerwehr habe den Rest der Belegschaft evakuiert, sagte Einsatzleiter Jürgen Jaudas von der Feuerwehr Neuhausen. Den Behälter mit dem gefährlichen Stoff hätten die Mitarbeiter in ausreichender Entfernung vom Haupteingang mit einem Feuerlöscher besprüht. Das Krisenmanagement bei Balluff habe gut funktioniert, sagte Jaudas. Er habe sofort Ansprechpartner vorgefunden, um die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Vor dem Haupteingang wurde eine Infotafel aufgebaut, anhand der sich die Feuerwehrleute orientierten.

30 Personen klagten über Beschwerden

Unterstützt wurde die Neuhausener Truppe von der Esslinger Wehr, die mit ihrem Atemschutzwagen anrückte. 14 Krankenwagen, vier Rettungswagen und mehrere Einheiten von Sanitätsdiensten aus dem Landkreis standen hinter dem Firmenareal bereit, um betroffene Mitarbeiter ins Krankenhaus zu fahren. In der Schurwaldstraße bezogen die Einsatzleitwagen der Kreisfeuerwehr und der Rettungsdienste Stellung. Immer wieder gingen hier die Meldungen der Zugführer ein.
Die Balluff-Mitarbeiter versammelten sich im Betriebsrestaurant, um nach und nach von den sieben Notärzten untersucht zu werden. Etwa 200 Mitarbeiter schauten sich die Ärzte an. 30 Personen hatten über Beschwerden geklagt. In 19 Fällen entschieden die Ärzte, dass die Betroffenen ins Krankenhaus gebracht werden sollten. Laut Marc Lippe, dem Leiter der Rettungsdienste, sollten die Betroffenen stationär aufgenommen werden.

Bevor sie in die Krankenwagen einstiegen, mussten die Patienten ihre eigene Kleidung ablegen und Infektionsschutzanzüge anziehen. Damit wolle man verhindern, dass ein gefährlicher Stoff eventuell in die Klinik transportiert werden, erklärte Michael Wucherer, der zweite Einsatzleiter der Rettungsdienste. Die Polizei war mit neun Streifenwagen im Einsatz, um die Schurwald- und die Zabergäustraße abzuriegeln. Der Arbeitsbereich Gewerbe des Polizeipräsidiums hat die Ermittlungen zur Ursache aufgenommen.

Gegen 12.30 Uhr beruhigte sich die Lage vor dem Haupteingang. Viele Mitarbeiter fuhren nach Hause, andere aßen noch etwas in der Kantine, wo auch die Rettungsdienste und die Feuerwehrleute versorgt wurden. Sandra Nippert, Leiterin der Unternehmenskommunikation, lobte das gute Zusammenwirken der Einsatzkräfte.

Das Unternehmen Balluff stellt Sensoren für die automatische Fertigung her und ist in 68 Ländern tätig. Weltweit beschäftigt Balluff 3600 Mitarbeiter, davon 1300 in Deutschland, davon etwa 1000 am Stammsitz Neuhausen.

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