Julia Theermann. Foto: Bulgrin - Bulgrin

Julia Theermann berichtet, dass einem in der Weihnachtszeit nicht nur Rentiere und rotgekleidete dicke Männer begegnen. Auf ihrem Weg zur Redaktion traf sie auf einen Schwan.

EsslingenSo kurz vor Weihnachten erwartet man ja komische Dinge – Rentiere, die durch die Luft fliegen, dicke Männer, die durch den Kamin ins Haus einsteigen – aber was mir auf dem Weg zur Arbeit passiert ist, hat mich trotzdem überrascht. Ich fuhr gerade über die Dieter-Roser-Brücke, als mir auffiel, dass der Verkehr auf Höhe der Abbiegung zum Tierpark stockte. Im nächsten Augenblick watschelte ein grauer Schwan über die Fahrbahn. Ich dachte zunächst an eine Schwanen-Überführung, aber von einem Hirten keine Spur. Kurzerhand schaltete ich den Warnblinker ein und stieg aus, um das Tier von der Fahrbahn zu verscheuchen. Ich wollte dem Schwan keinesfalls zu nah kommen – immerhin sind Fauchen und Flügelschlag nicht ohne – doch aus der Ferne seine Aufmerksamkeit zu erregen, war nicht einfach. Mir kam ein Mann zu Hilfe, der aus einem Lastwagen hinter mir ausstieg. Mit seiner knallorangen Arbeitsjacke hatte er mehr Erfolg bei der Schwanentreibjagd. Das Tier versuchte zunächst, sich durch die Stäbe des Brückengeländers zu zwängen, dann öffnete mein Mitstreiter eine Pforte im Geländer, durch die der Schwan wohlbehalten auf einen Weg jenseits der Straße gelangte. Mit einem gehörigen Adrenalinschub machte ich mich wieder auf den Weg. In der festen Überzeugung, dass zumindest dieser Schwan heute nicht unter die Räder kommt.

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