Digitalisierung und Künstliche Intelligenz bedeuten zwar viele Vorteile, aber eben auch ganz neue Sicherheitsrisiken. Foto: dpa

Erst eine Woche liegt der jüngste Hackerangriff auf ein Unternehmen im Südwesten zurück. Cybersicherheit müsse in jeder Firma Chefsache sein, fordern gleich zwei Minister.

Stuttgart (dpa/lsw) Angesichts der jüngsten Hackerangriffe auf Unternehmen will das Land das Thema Cybersicherheit stärker in den Fokus rücken. Innenminister Thomas Strobl und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (beide CDU) riefen Unternehmen dazu auf, sich mit den Gefahren auseinanderzusetzen und sich vor Angriffen zu schützen. Die Arbeit der verschiedenen Behörden solle künftig in einer «Cybersicherheitsagentur» koordiniert werden, betonte Strobl.

«Die Digitalisierung wird nur gelingen, wenn die Menschen der Technik vertrauen. Deshalb muss Sicherheit ganz oben stehen», betonte der Innenminister. «Gerade auch in den Unternehmen muss die Cybersicherheit Chefsache sein, um Daten, Systeme und wertvolles Knowhow zu schützen.»

Hoffmeister-Kraut sagte, die Gefahr werde bislang noch in vielen Unternehmen unterschätzt. «Illegaler Wissens- und Technologietransfer sowie Wirtschaftssabotage können erhebliche Konsequenzen für die betroffenen Betriebe haben», warnte sie. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz bedeuteten zwar viele Vorteile, aber eben auch ganz neue Sicherheitsrisiken.

Für den Aufbau der «Cybersicherheitsagentur» seien im Entwurf für den Doppelhaushalt 2020/21 fünf Millionen Euro vorgesehen, das entspreche 46 Stellen, hieß es. «Eine Vorbereitungsgruppe soll 2020 die gesetzlichen, administrativen und strukturellen Vorbereitungen für den Start eines Aufbaustabs im Januar 2021 treffen», erklärte Strobl.

Seit 2018 gibt es im Südwesten bereits eine Cyberwehr, die kleinen und mittelgroßen Firmen ohne eigene IT-Abteilung im Stile einer Digital-Feuerwehr bei Hackerangriffen schnell helfen soll. Außerdem befassen sich Experten beim Landeskriminalamt und auch bei den regionalen Polizeipräsidien mit Fällen von Cyberkriminalität. Ihre Arbeit soll die «Cybersicherheitsagentur» künftig koordinieren und zum Beispiel auch als Ansprechpartner gegenüber dem Bund auftreten, wie ein Sprecher erläuterte.

Vor einer Woche erst war der Automatisierungstechnik-Spezialist Pilz aus Ostfildern Ziel eines Hackerangriffs geworden. Weltweit waren sämtliche Server- und PC-Arbeitsplätze inklusive des Kommunikationsnetzwerkes des Unternehmens betroffen. Die Tübinger Buchhandlung Osiander war im Mai Ziel einer Cyberattacke geworden. Der Rüstungs- und Autozulieferkonzern Rheinmetall geriet Ende September ins Visier.

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