Die Sporthalle in Plieningen muss saniert werden. Foto: Sebastian Ostendorf

Die Not ist groß. Mindestens 30 Sport- und Turnhallen fehlen in Stuttgart – nur um den jetzigen Bedarf zu decken. Nun sollen immerhin sechs der sieben Ballspielhallen saniert werden.

Stuttgart - Der jüngste Spross der Stuttgarter Ballspielhallen hat einen schwierigen Start, im Winter verhinderte ein Wasserschaden die Einweihung der Halle in Degerloch. Seine sechs Vorgänger allerdings plagen ganz andere Probleme. Was auch kein Wunder ist, sind sie doch in die Jahre gekommen. Die Halle in Plieningen entstand 1988, 1993 folgten Botnang und die Flatow-Halle in Wangen, 2002 die Halle in Obertürkheim, 2005 die Spitalwaldhalle in Sillenbuch und 2012 die Halle im Neckarpark. Sie alle werden anders als die Schulsporthallen betrieben vom Sportamt und sollen vornehmlich den Vereinen zur Verfügung stehen.

Auch eine energetische Sanierung

Nun plant man für alle diese Hallen eine umfassende Sanierung. Bis zum Jahr 2030 sollen sie auch energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden. 20 Millionen Euro soll das kosten, hat das Hochbauamt errechnet. Beginnen könnte es 2023 mit Botnang, 2025 könnten Wangen, 2027 Plieningen und 2028 Sillenbuch an der Reihe sein, hernach stehen Obertürkheim und die Halle am Neckarpark auf dem Plan. Nun wird es für die Sportpolitiker der Gemeinderats-Fraktionen darum gehen ihre Kollegen davon zu überzeugen, Geld für die Planungen und die Sanierungen in den kommenden Doppelhaushalten bereitzustellen. Künftige Einsparungen durch Solarzellen, LED und Dämmung sollen einen Teil der Kosten decken.

Die Hallen werden dringend benötigt. Es gibt in Stuttgart 36 Sporthallen, 117 Turnhallen und 49 Gymnastikhallen. Um dieses Angebot dem Bedarf der Vereine gegenüberzustellen, rechnet man in Übungseinheiten. Je nach Größe der Halle sind das zwischen 0,5 und drei Übungseinheiten. So lässt sich errechnen, welche Flächen fehlen. Beim Schulsport fehlen keine Kapazitäten. Beim Vereinssport hingegen ist der Bedarf nur zu 75 Prozent gedeckt. Und es wird nicht besser. Für die nächsten Jahre kündigen die städtischen Statistiker einen historischen Höchststand bei der Einwohnerzahl an – auf 649 000 im Jahr 2030 wird sie geschätzt. Damit wäre der Bedarf zu noch 71,6 Prozent gedeckt, es fehlen dann 91 Übungseinheiten, also mindestens 30 große Hallen.

Sporthallen fehlen

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