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Die Handball-Kolumne des EZ-Experten

EsslingenHandball ist einfach ein geiler Sport! Die zwei Spiele der deutschen Mannschaft gegen Russland und Frankreich waren wieder einmal beste Werbung für unsere Sportart und boten genau das, was sich die Zuschauer wünschen: Einsatz, Kampf, Leidenschaft und vor allem Spannung. Und die Fans honorierten es ihrerseits mit einer grandiosen Unterstützung in der Arena. Spätestens jetzt sollte jeden das WM-Fieber gepackt haben.

Auch wenn jeweils zum Schluss der Partien leichtfertig ein Punkt vergeben wurde, sieht vor dem letzten Vorrundenspiel gegen Serbien alles danach aus, dass das deutsche Team mit 3:1 Punkten in die Hauptrunde einzieht. Voraussetzung hierfür ist, dass sich neben Deutschland und Frankreich auch Brasilien für die Hauptrunde qualifiziert und somit das Unentschieden gegen Russland zum Streichergebnis wird.

Es wäre eine sehr gute Ausgangssituation, die sich das Team von Trainer Christian Prokop mit ihren bisherigen Auftritten mehr als verdient hat. Ich finde es absolut bemerkenswert, wie Prokop nach seinem enttäuschendem Debüt bei der vergangenen Europameisterschaft den Turnaround geschafft hat. Es ist ein offenes Geheimnis, dass nach dem verpatzten Turnier nicht nur in den Medien der Ruf nach seiner Entlassung laut wurde, sondern sich auch einige der aktuellen Führungsspieler gegen ihn aussprachen.

In zahlreichen Gesprächen mit der Mannschaft und einzelnen Spielern schaffte er es jedoch, die Jungs wieder hinter sich zu bringen und zu einer Einheit zu formen. Hierfür hat er das Team mehr in seine Entscheidungen eingebunden und sein herkömmliches Spielsystem besser auf die Nationalspieler angepasst. Auch der Schachzug, mit Martin Strobel wieder einen echten Spielmacher im Kader zu haben, scheint aufzugehen. Obwohl er aktuell für den HBW Balingen/Weilstetten nur in der 2. Bundesliga aufläuft, zeigte Strobel gegen das Starensemble der Franzosen eine hervorragende Leistung und hatte maßgeblichen Anteil an der starken Mannschaftsleistung. Es ist noch nicht alles Gold, was glänzt, aber der erste Schritt in Richtung Halbfinale ist gemacht. Jetzt kann die WM richtig losgehen!

Manuel Späth stammt aus Ostfildern, wohnt in Esslingen und spielt für den Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart. Für diese Zeitung analysiert der 40-fache Nationalspieler das Geschehen bei der Handball-WM.

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