11.01.2020 Eröffnung CMT

 Foto: Hauenschild

Werbung für die Heimat: Dafür ist die Urlaubsmesse CMT die Gelegenheit. Der Kreis Esslingen zeigt auch 2020 die vielen Freizeitmöglichkeiten um die Ecke. Besucher können sich auf neue Tourenführer und mehr freuen.

Kreis EsslingenDie CMT ist ein touristischer Hype“, sagt Peter Keck, Pressesprecher und Leiter des für Tourismusförderung zuständigen Amtes im Landratsamt Esslingen, bevor er die Journalisten am ersten Tag der Urlaubsmesse durch die Massen lotst. Beim traditionellen Presserundgang des Landkreises am Samstag ist das Ausstellungsgelände in Leinfelden-Echterdingen gerammelt voll. Die weltgrößte Tourismus- und Freizeitmesse ist der Moment, sich als Standort zu präsentierten. Landkreis, Kommunen, Einrichtungen und Verbünde nutzen ihn mit neuen Angeboten, Initiativen – und vielen Broschüren. Auch das Trendthema der vergangenen Monate spielt eine Rolle: Nachhaltigkeit in Tourismus und Freizeit.

Tourismus und Präsenz auf der CMT: Peter Keck zufolge steht der Kreis Esslingen überdurchschnittlich gut da, wenn es um die Bettenbelegung geht. Die Auslastung habe 2019 bis einschließlich November vergangenen Jahres bei 43,7 Prozent gelegen – im Land bei 36,4 Prozent. „Noch nicht ganz zufrieden“ ist der Tourismuschef im Kreis, wenn es um die Zahl der Übernachtungsgäste geht: Die hat bis Ende November bei 1,5 Millionen und damit leicht unter dem Vorjahreswert gelegen. Aber angesichts dessen, dass in den letzten Monaten des Jahres ein starker Endspurt festgestellt wurde, ist Keck guter Dinge, dass das Ergebnis von 2018 erreicht worden ist. Schließlich biete der Landkreis für alle etwas, nur die Langlaufski habe man in diesem Winter bis dato zuhause stehen lassen müssen. Die Alternativen zum Wintersport zeigen in diesem Jahr mehrere Akteure in Halle 6 des Messegeländes: der Landkreis, das Freilichtmuseum Beuren und weitere Einrichtungen im Kreis. Das Biosphärengebiet und der Geopark Schwäbische Alb. Sowie Esslingen, Plochingen, Nürtingen, Neuffen, Kirchheim, Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen.

Resonanz bei CMT und danach: Es gibt viele Möglichkeiten, sich für Urlaubs- und Freizeitgestaltung digital zu informieren. Dennoch ist der Run auf die CMT ungebrochen, wovon auch die Messestände aus dem Landkreis profitieren. „Es lohnt sich absolut“, sagt Nürtingens Oberbürgermeister Johannes Fridrich, der am Morgen selbst zwei Stunden am Stand der Stadt war und sich über das Interesse an der aktuellen Lego-Ausstellung im Stadtmuseum und den geplanten Veranstaltungen im Hölderlinjahr freute. „Das Internet kann persönliche Gespräche nicht ersetzen“, sagt er. „Das ist Wirtschaftsförderung“, erklärt Neuffens Bürgermeister Matthias Bäcker. Nach der CMT herrsche bei der Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck „Vollgas“ im Absatz.

Publikum: Neben „Jägern und Sammlern“, wie Tanja Wehnl von der Plochingen-Info mit Augenzwinkern jene nennt, die vor allem auf Werbegeschenke aus sind, gibt es auch „viele wirklich Interessierte“. Sie sind meist aus der Region. Peter Stitzelberger-Jakob vom Förderverein des Freilichtmuseums Beuren berät oft Leute, die gezielt an den Stand kommen und nach Angeboten fragen. „Aber es gibt auch die üblichen Messebesucher, die vorbeischlendern.“ Darunter Annette Wahl aus Filderstadt. Sie kenne das Freilichtmuseum. „Am Stand bin ich zufällig vorbeigekommen, eigentlich suche ich auf der Messe Ideen für eine Kanada-Reise.“ Doch nun nimmt Wahl im Vorbeigehen Anreize für das jährliche Großfamilienfest mit.

Was die Aussteller bieten: Innenmarketing sei als Heimatstandort besonders wichtig, sagt Peter Keck. Auf der CMT bündeln Kreis und Kommunen die vielen Freizeitmöglichkeiten für Einheimische und Menschen aus der Region. Die zahlreichen Neuauflagen von Rad- und Wanderkarten, Veranstaltungskalendern und anderen Broschüren sind äußerst beliebt, wie Keck erklärt. Auch Auswärtige versuchen die Kommunen anzuziehen, etwa mit Gruppenangeboten wie dem neuen Plochinger Mädelsabend oder hochkarätigen Veranstaltungen wie dem preisgekrönten Podium-Musikfestival in Esslingen. Die Beurener Therme lockt mit Wellnesspaketen inklusive Übernachtung. Zudem sollen diverse Verbünde über Kreisgrenzen hinweg für überregionale Aufmerksamkeit sorgen, wie die Unesco zertifizierten Modellprojekte Biosphärengebiet und Geopark Schwäbische Alb.

2018 haben die ersten Premiumwanderwege „Hochgehberge“ in den Kreisen Esslingen und Reutlingen geöffnet. Am Sonntag gab es Zertifikate für sieben neue, bald kommen fünf weitere dazu. So können Wanderbegeisterte 21 Routen probieren, sieben im Kreis Esslingen. Die Marke scheint Interesse zu finden, sagt Stefanie Bläsing, Ansprechpartnerin für Tourismus im Landratsamt, mit Blick auf die Zugriffszahlen auf der Webseite. „Auch die Resonanz aus den Gemeinden ist gut.“ Fans zeigten sich auf der CMT, berichtet Larissa Mack, die seit Jahresbeginn die Geschäftsstelle „Hochgehberge“ leitet: „Einige haben auf die neue Broschüre gewartet.“

Frisch zur CMT präsentiert die Mythos Schwäbische Alb Tourismusgemeinschaft, bei der auch der Landkreis Mitglied ist, die Alb-Card, mit der Gäste von mehr als 100 Herbergsbetrieben von Kirchheim bis Sigmaringen kostenlos Eintritt bei Sehenswürdigkeiten erhalten und den ÖPNV im Albraum gratis nutzen können. „Wir versprechen uns davon einen deutlichen Zuwachs an Übernachtungen“, sagt Birgit Karl von der Tourismusgemeinschaft. Bis dato übernachte nur ein Bruchteil der 75 Millionen Touristen im Jahr.

Nachhaltigkeit und Regionalität: Das Thema Klimaschutz hat sich bis dato zwar noch nicht auf die Fluggastzahlen ausgewirkt. Dennoch meinen die Aussteller aus dem Landkreis, vom zunehmenden Interesse an umweltfreundlichen Reisen zu profitieren. Fliegen sei eigentlich out, auch junge Leute wanderten zunehmen gerne, meint etwa Silke Renninger-Metz am Esslinger Stand. Entsprechend sind die diversen Wander- und Fahrradtour-Broschüren beliebt und Angebote wie die Alb-Card und die Rad- und Wanderbusse wollen zum Umstieg auf den ÖPNV motivieren. Auch die neu aufgelegte Direktvermarkter-Broschüre passt nach Meinung von Monika Klaus vom Landwirtschaftsamt des Landkreises in den Zeitgeist. „Die Nachfrage steigt, wir müssen in immer kürzeren Abständen Exemplare nachfordern“, sagt sie. Wer keine Broschüre ergattert, kann sich online informieren. Das hat den Vorteil, dass die Öffnungszeiten immer aktuell sind – und man eine Broschüre weniger mit nach Hause schleppt.

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