Quelle: Unbekannt

Konstantinos Kalogeropoulos ist Komponist, Dirigent, Pianist und Musikwissenschaftler. Unter dem Titel „Piano Impact“ hat er zusammen mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern ein mitreißendes Programm mit Melodien aus Musical, Pop und Modern Classic zusammengestellt, das in der Esslinger WLB begeistert gefeiert wurde.

EsslingenEr ist einer von hier, auch wenn ihn seine Leidenschaft für das Musical in die Welt hinaus zieht: Am Samstag wurde der Pianist und Dirigent Konstantinos Kalogeropoulos in der ausverkauften Württembergischen Landesbühne hymnisch gefeiert. Für seine Heimatstadt hat der „waschechte griechische Esslinger“, wie er sich selbst nennt, einen Abend mit Melodien aus Musical, Pop und Modern Classic zusammengestellt, um seine erste eigene CD „Piano Impact“ zu präsentieren. Mit dabei waren nicht nur Topstars wie Kevin Tarte, Zodwa Selele und Matthias Stockinger, sondern auch die Groovin‘ High Bigband der Esslinger Musikschule, wo Kalogeropoulos einen Lehrauftrag für Klavier hat, und der Deizisauer Chor Happy Voices, den der umtriebige Musiker leitet.

Dass Kalogeropoulos ein Tausendsassa ist, zeigt seine Biografie: Bei der Eissportgemeinschaft brillierte er als Eiskunstläufer, kurz nach dem Abitur am Georgii-Gymnasium komponierte er den Soundtrack zu einem preisgekrönten Horrorfilm, er studierte Musik und Musiktheorie, promovierte in Leicester, spielte Klavier in den Stuttgarter Musical-Theatern, absolviert mittlerweile rund 130 Auftritte pro Jahr als Pianist, Dirigent und musikalischer Leiter in Sachen Musical und bereist zwischendurch als Bar-Musiker auf Kreuzfahrtschiffen die ganze Welt.

Mit ebenso viel Gelassenheit wie Temperament zog er auf der Bühne die Fäden, moderierte charmant, spielte am E-Piano, dirigierte die dreiköpfige Live-Band, führte seinen Chor, gab den Solisten die Einsätze und strahlte ins Publikum. Kalogeropoulos ist ein Showman, der sich mit dieser CD einen Herzenswunsch erfüllt hat: Musical-Melodien, bei denen, eingebettet in orchestrale Arrangements, das Klavier Solist und führende Stimme ist. Für die Musical-Gala mixte er daraus einen Cocktail mit einer gelungenen Mischung aus süß und herb, sanft und prickelnd, fein abgestimmt mit einem Spritzer Humor und serviert mit ganz viel Leidenschaft. Eingestimmt durch wuchtige Klänge aus der „Carmina Burana“ zündeten die Akteure ein fast vierstündiges Feuerwerk des populären Musiktheaters, das Gesang, Tanz, Schauspiel und Musik bot: Von gefühlvollen Balladen über Michael Jacksons „Scream“-Kiekser und Falcos wuchtige Hits bis hin zu Bachs c-moll-Präludium und Queens „Crazy Little Thing Called Love“ gab es ganz große Emotionen und viel Gänsehaut.

Für die Künstler war es ein persönliches Anliegen, ihren Freund „Konsti“ an diesem Abend zu unterstützen: Alexander Kerbst machte auf seiner Europa-Tournee mit „Falco – das Musical“ als rockender Amadeus eigens Station in Esslingen. Michael-Jackson-Imitator Sascha Pazdera inszenierte gemeinsam mit den Tänzerinnen Julie Martin und Hanna Vien die Musik des King of Pop. Kevin Tarte zelebrierte „Anthem“ aus „Chess“ als pathetische Hymne und demonstrierte überaus eindrücklich, wie er – eben noch Kevin – in eine Figur hineintritt, um sie auf der Bühne mit voller Kraft zu verkörpern. Und Zodwa Selele berührte mit dem so seelenvollen R ’n’ B-Hit „I Rise Up“ und dem Geständnis, dass dieser Song ihr selbst hilft, sich aus dunklen Momenten herauszukämpfen. Die Luft-Akrobatin Vera Maria Horn an Tuch und Ring sorgte für Dramatik, und der launig moderierende Jürgen M. Brandtner entlockte dem Gastgeber, dass er tatsächlich über fünf Ecken mit der göttlichen Maria Callas, geborene Kalogeropoulou, verwandt ist.

Der „Kini“ hält auf der Bühne Hof

Der Abend bot ein breites musikalisches Spektrum von der Ballade bis zum schmissigen Uptempo-Stück, von Popmusik bis Jazz, Swing, Soul und Rock ’n’ Roll. Es gab Kostproben aus zahlreichen Musical-Produktionen, wie etwa aus „Ludwig 2“, als Matthias Stockinger den „Kini“ solo gab: „Bau‘ ein Schloss, und sein Name soll Zukunft sein”. Beim großartigen „Aida“-Duett „Sind die Sterne gegen uns“ von Zodwa Selele und Kevin Tarte wurden die Taschentücher gezückt. Die Deizisauer Happy Voices und die Groovin‘ High Bigband mit ihrer Sängerin Julia Frey begeisterten das Publikum und sorgten volltönend für den Ensembleklang. Es gab an diesem Abend Momente, in denen man eine Stecknadel hätte fallen hören können, und Momente, in denen – Achtung: Kreisch-Alarm – man sich als empfindliche Natur die Ohren zuhalten musste, weil die vornehmlich weiblichen Fans in höchsten Tönen johlten, jubelten und jauchzten.

Das Publikum bedankte sich immer wieder mit Standing Ovations, leuchtenden Taschenlampen, minutenlangem Klatschen und frenetischem Applaus. Und am Ende, als beim großen Finale alle gemeinsam Michael Jacksons Pop-Ballade „Heal the World“ sangen, rückte das Esslinger Schauspielhaus für einen Augenblick ganz nah heran an die Musical-Metropolen am New Yorker Broadway und im Londoner West End. Genau das ist es, was die populäre Musik so gut kann: Einen kleinen Moment Glückseligkeit schaffen, aus dem die Zuhörer dann gestärkt hinaus gehen in den Alltag und versuchen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen – wenigstens ein kleines bisschen.

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