Tim Mälzer fordert in der aktuellen Folge von „Kitchen Impossible“ Anton Schmaus, den Koch der deutschen Nationalelf, heraus. Foto: RTL / Markus Hertrich/Tim Mälzer vs. Anton Schmaus

Tim Mälzer schickt den Koch Anton Schmaus in einen afrikanischen Slum, was einer Lektion in Demut gleicht. Die aktuelle Folge von „Kitchen Impossible“ ist hochemotional, und ein bisschen unfair, da Tim Mälzer Pralinen machen muss.

Es gibt bei „Kitchen Impossible“ ein paar ungeschriebene Gesetze, die weit über den Spruch „backen ist nicht kochen“ hinaus gehen. Alles kommt eigentlich in einer schwarzen Box daher, alles, was mit Pralinen und Patisserie zu tun hat, darf nicht unbedingt aufgetischt werden.

Anton Schmaus hat noch gut Lachen, als er die Box in Griechenland bekommt. Foto: RTL / Endemol Shine / Florian Schuchmann/Tim Mälzer vs. Anton Schmaus

Von Anton Schmaus, dem aktuellen Kontrahenten von Tim Mälzer, wurden die Regeln nun gebrochen. Doch statt sauer auf ihn zu sein, ist Mälzer am Ende ein begeisterter Fan des bayrischen Kochs. Es ist eine extrem emotionale Folge, in der es ein Moussaka-Drama, ein Pralinen-Desaster, Rentier-Zungen-Debakel und Kochen nach Rezept gibt. Anton Schmaus stellt bei Mälzer die Regeln auf den Kopf und liefert eine Glanzleistung im afrikanischen Slum ab.

Der Konkurrent

Anton Schmaus ist Koch der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und Betreiber von vier Restaurants in Regensburg, dem Storstad, Aska Restaurant, Sticky Fingers und der Weinbar Better Be Tipsy.

Das Konzept des TV-Formats

Seit nun neun Jahren ist „Kitchen Impossible“ mit Tim Mälzer eines der erfolgreichsten TV-Konzepte rund ums Thema Kulinarik. Die Challenge folgt jede Woche diesem bewährten Rezept: In einer schwarzen Box wird ein Gericht aufgetischt, das der herausgeforderte Koch erst mal erschmecken und dann in der Küche des Original-Kochs nachkochen muss. Anschließend bewertet eine Jury, deren gemeinsamer Nenner eben dieses Lieblingsgericht ist, das Ergebnis.

Die Folge

„Irgendwie gehst du mir die ganze Zeit auf den Sack“, sagt Tim Mälzer in seiner direkten Art zum knuffigen Anton Schmaus. Und: Er meint es nett, weil Schmaus ihn in dieser Folge als Sympathieträger übertrumpft. Die Herausforderungen führen die beiden dieses Mal nach Schweden, Belgien, Kenia und Griechenland.

Griechenland – eher ein Massaker als Moussaka

Schmaus am Strand von Griecheland. Foto: RTL / Endemol Shine / Florian Schuchmann/Tim Mälzer vs. Anton Schmaus

Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Anton Schmaus erlebt auf der Insel Kefalonia eine griechische Tragödie. Denn wie sagt Mälzer richtig: „In der Einfachheit steckt die Komplexität.“

Und die Magie dieses TV-Erfolgformats liegt auch darin, dass man sehr oft das Gericht sofort probieren oder auch nachmachen möchte. Wie etwa bei der ersten Aufgabe von Anton Schmaus, der ein Moussaka und einen griechischen Salat in der Box überreicht bekommt. Ein Klassiker, denkt man. Doch die Köchin Alikis Moschopoulou hat einige Tricks wie frittierte Kartoffeln, gegrilltes Gemüse und eine Zimtstange parat und gibt in die Béchamel außerdem Auberginenmus. Und Schmaus geht es so, wie es vermutlich vielen gehen würde: „Es ist der Anfang einer grandiosen Fehlerkette.“ In der Béchamel schmeckt er die Auberginen nicht heraus, nimmt Lamm- statt Rindfleisch, vergisst den Zimt. Und verkündet großmundig: „An mir ist ein Grieche verloren gegangen.“

Schmaus fängt zu spät mit der Béchamel an, die Lammschulter wird nicht durch, und Mälzer scheint beim gemeinsamen Schauen gar Mitleid mit dem Schmaus zu haben. Als er das Moussaka aus dem Ofen holt, die Aubergine nicht durch ist, ist’s ihm arg peinlich. Auf den Tellern gleicht es mehr einem Massaker als einer Moussaka. „Das war nicht gut“, gesteht sich Schmaus am Ende ein – und man hätte es ihm so sehr gegönnt.

Mit 5,6 Punkten im Schnitt fühlt er sich selbst „überbewertet“.

Belgien – das Pralinen-Desaster

Pralinen und Mälzer werden keine Freunde. Foto: RTL / Endemol Shine / Giuseppina Goduto/Tim Mälzer vs. Anton Schmaus

Mälzer bekommt in Brügge eine etwas kleinere Box als sonst üblich. Und Schmaus gibt unumwunden zu: „Alle Köche inklusive ich selbst würden an dieser Ausgabe scheitern.“

Mälzer bekommt mit den drei Pralinen eine Aufgabe, die er für „wahnsinnig dumm“ hält. Es geht viel um verschiedene Temperaturzonen, um Gelees aus fermentierten Tomaten, um Ganache mit Basilikum, Geleewürfel und Kuvertüren.

„Das hat nichts mit Kochen zu tun“, sagt Mälzer und hat natürlich recht. Am Ende beweist er sogar in der Schokoladenfabrik in Brügge, dass er einen außerordentlichen Geschmackssinn besitzt und kommt zum Schluss auf 5,2 Punkte.

Kenia – eine Lektion in Demut

Ungewöhnlicher Ort, herausragender Koch: Anton Schmaus im Slum von Nairobi. Foto: RTL / Endemol Shine / Teresa Orti von Havranek/Tim Mälzer vs. Anton Schmaus

Was für ein spannendes, herausforderndes Ziel: Anton Schmaus wird nach Nairobi in Kenia geschickt. Genauer: in den Slum Kibera. In der Box: Gemüse, Fisch und ein brauner Batzen. Kochen muss Schmaus in der privaten Küche von Millicent, einer Mutter von vier Kindern. Ihr Gericht heißt Omena mit braunem Ugali und grünem Gemüse. Das Gemüse besteht aus Schwarzem Nachtschatten, Blattkohl, Grünkohl, Grünlilie und Spinat, die getrockneten Süßwasserfische sind eine kenianische Spezialität und der „Batzen“ heißt Ugali und wird aus Hirse, Maniok und Mais zubereitet.

Gekocht wird alles auf offenem Feuer. Anton Schmaus im Slum von Nairobi zuzuschauen, wie er am Tisch im Wohnzimmer das Gemüse schneidet, den Ingwer schält, mit dem Feuer nicht klar kommt, hat überhaupt nichts voyeuristisches, sondern er, der absolute Sympathieträger, wuppt die Situation mit Kompetenz, Humor und ganz viel Herz. Man glaubt ihm sofort, wenn er sagt: „Das ist das krasseste Erlebnis meiner Lebens.“

Das Ergebnis: 5,8 Punkte

Schweden – von Rentierzungen und Blutpfannkuchen

Mälzer in Schweden Foto: RTL / Endemol Shine / Florian Schuchmann/Tim Mälzer vs. Anton Schmaus

Elaine Asp ist Köchin in einem traditionellen samischen Restaurant. Mälzer darf sich aus ihrem Kochbuch Gerichte raussuchen. Seine Wahl: eines, das aussieht wie „Pferdesattel“, das andere ist Zunge. In der Analyse ist Mälzer stark wie immer. Er tippt auf Rentier, er schmeckt viel Salz, beim Püree tippt er auf Pastinake und Karotte, erkennt zudem den Blutknödel. Das andere Gericht ist ein Blutpfannkuchen, ein samisches Gericht mit Moltebeeren und Sahne.

Mälzers Fehler: die Zunge kocht er zu kurz, so kann er die Haut nicht abziehen, in die Pfannkuchen kommen eigentlich keine Eier, weil das Blut bindet. Das Ergebnis schmeckt der Jury, in der auch die Schwiegermutter von Anton Schmaus sitzt, nicht so ganz, doch „aus Respekt vor dem Tier essen wir es auf alle Fälle auf.“

Das Ergebnis sind dennoch ordentliche 6,3 Punkte.

Das Ergebnis

Tim Mälzer erkocht 5,2 Punkte und 6,3 Punkte. Das macht insgesamt 11,5 Punkte.

Anton Schmaus schafft es auf 5,6 Punkte und 5,8 Punkte; macht summa summarum 11,4 Punkte.

So geht Tim Mälzer ganz knapp als Sieger der vierten Folge „Kitchen Impossible“ hervor. Sieger der Herzen aber ist Anton Schmaus.

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