Quelle: Unbekannt

Eine Spende von 15 000 nagelneuen Teddybären hat der Esslinger Kinder-Biennale und dem Advent-Wohlfahrtswerk eine ungewöhnliche Aktion ermöglicht: Fleißige Unterstützer haben die Teddies individuell eingekleidet – nun werden sie an Menschen verschenkt, mit denen es das Leben nicht immer gut gemeint hat.

EsslingenSorgenpüppchen sind treue Begleiter vieler Kinder in Mittel- und Südamerika. Nach einer Legende braucht man sie nur unters Kopfkissen zu legen – und über Nacht verschwinden alle Sorgen. Margit Bäurle, die Initiatorin der Esslinger Kinder-Biennale, hat sich daran erinnert, als sie bei einer Bastelaktion Norbert Nau­en vom Advent-Wohlfahrtswerk traf. Der Verein, der sich für hilfebedürftige Menschen ohne Ansehen von Herkunft, Nationalität, Geschlecht, Religion und Weltanschauung einsetzt, hatte aus der Überproduktion eines Unternehmens 15 000 nagelneue Teddybären bekommen, die sich nicht verkaufen ließen. Die stellten die Spender kostenlos für bedürftige Menschen zur Verfügung. Für Margit Bäurle war klar: „Daraus machen wir etwas Besonderes.“ So entstand die Idee der Hoffnungsbären – „weil Hoffnung das Beste ist, um Sorgen zu vertreiben.“ 12 000 Teddies haben bereits eine neue Heimat gefunden und viel Freude zu Menschen gebracht, mit denen es das Schicksal nicht immer gut gemeint hat.

Einfach nur die Bären aus dem Karton zu holen und zu verschenken, war Margit Bäurle und Norbert Nauen zu wenig. Und so beschlossen sie, Unterstützer zu suchen, die mit Fantasie, Geschick und Herzenswärme jedem Bär ein eigenes Outfit verpassten. Manche kleideten ein, zwei Hoffnungsbären ein – andere wie die Mettingerin Gerda Rein verpassten gleich 80 Teddies ein neues Outfit. So kommen nun Bären als Engel, als Supermänner, als Krankenschwestern, St. Pauli-Fans, Punker, Minions oder in zünftiger Tracht daher. Und jeder hat eine kleine, Zuversicht spendende Botschaft für die neuen Besitzer dabei. Erste Anlaufstellen waren das Esslinger Frauenhaus, der Vinzenz-Treff, Kinder-, Senioren- und Flüchtlingsheime, die Esslinger Kinderklinik, der Verein Wildwasser, die Frauenpension Stuttgart, das Café La Strada und das Mädchenhaus in Frankfurt. Und auch in der Vesperkirche waren die Hoffnungsbären, die nicht verkauft und nur verschenkt werden, heiß begehrt. „Einer der berührendsten Momente war, als ein Obdachloser einen der Bären in den Arm nahm und sich freute, dass er nun endlich auch einen Gefährten hat“, erinnert sich Margit Bäurle. Das hat sie in ihrer Haltung bestärkt, dass Projekte wie dieses heute wichtiger denn je sind: „Wir wollen auf der einen Seite Hoffnung und Zuversicht vermitteln und auf der anderen immer wieder daran erinnern, wie wichtig Mitgefühl und Anteilnahme im Leben sind. Manchmal braucht es gar nicht viel, um sich und anderen das Leben ein bisschen zu verschönern.“

Spannende Suche nach dem geheimnisvollen Einhorn-Bären

Hoffnungsbären haben inzwischen nicht nur in zahlreichen Familien eine Heimat gefunden – einige haben sich derzeit auch in den Schaufenstern von Esslinger Geschäften in der Küferstraße, am Hafenmarkt und in der Inneren Brücke versteckt. Und jeder von ihnen hält einen Buchstaben hoch, der es in sich hat: Hat man alle Bären entdeckt, ergeben die 16 Buchstaben in der richtigen Reihenfolge angeordnet den entscheidenden Hinweis auf einen ganz besonderen Teddy: den Einhorn-Bären. Den haben Margit Bäurle und ihre Mitstreiter aus den Reihen der Kinder-Biennale gut versteckt – wo er sich gerade aufhält, können pfiffige Kinder mit diesem kleinen Stadtspiel herausfinden. Dazu gibt es in den beteiligten Geschäften Teilnahme-Coupons, auf denen man das gesuchte Lösungswort nebst Name und Telefonnummer des Bären-Suchers eintragen kann. Die Lösungszettel können beim Modehaus Kögel und im „Malkasten“ abgegeben werden. Aus allen richtigen Einsendungen werden dann am 4. Mai 20 Gewinner gezogen, die sich über attraktive Preise freuen dürfen.

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