KSV-Judoka Etienne Zeiger (links) gewinnt seinen Kampf gegen Maxim Koserog trotz Schulterverletzung. Foto: /Herbert Rudel

Der KSV Esslingen beendet die Bundesliga-Saison auf Platz zwei, steht nach dem 7:7-Unentschieden gegen den TV 1848 Erlangen trotz allem in der Finalrunde.

Es wird still in der KSV-Arena im Esslinger Stadtteil Mettingen und Spannung liegt in der Luft. Die Zuschauer schauen gebannt von der Tribüne hinunter in die Halle, als der Esslinger Kämpfer Martin Schuhmacher und der Erlanger Judoka Max Werner die Matte betreten, um den letzten Kampf des Tages sowie der Judo-Bundesliga-Süd-Saison zu bestreiten. Bislang führt der KSV Esslingen mit 7:6 und es fehlt dieser eine Kampfsieg, um die Saison auf dem 1. Platz der Bundesliga-Süd zu beenden.

Unentschieden reicht nicht für den 1. Platz

Der Druck lastete in diesem Moment auf den Schultern des KSV-Judokas Schuhmacher, der zwar gut in den Kampf startete, sich jedoch schlussendlich seinem Gegner aus Erlangen unterlag. Somit endete der letzte Kampftag der Saison für die Esslinger mit einem 7:7 (5:2)-Unentschieden gegen den TV 1848 Erlangen. Mit diesem Ergebnis hätten wohl vor dem Kampftag die wenigstens gerechnet. Auch die Zuschauer waren nach dem Kampf perplex und griffen kurzerhand zu ihrem Smartphones, um die Tabellensituation nachzuprüfen. Gegen die Erlanger hätten acht Kampfsiege gereicht, um Erster der Süd-Tabelle zu werden und am TV Abendsberg vorbeizuziehen. Das Unentschieden reichte dafür jedoch nicht aus, da somit ein Punkt auf den großen Konkurrenten fehlte.

KSV-Trainer Carsten Finkbeiner war nach dem Kampftag eine leichte Enttäuschung anzumerken, ordnete das Ganze jedoch rational ein. „Es lief nicht so wie geplant. Zum einen haben uns viele Top-Ausländer, die beim Grand-Slam in Baku waren, sowie mit Maximilian Heyer ein deutscher Top-Spieler gefehlt und zum anderen mussten wir auf die angeschlagenen Leute, beispielsweise auf Jano Rübo, verzichten, damit sie für die Finalrunde fit werden“, erklärte Finkbeiner. Zur Einordnung: Durch das 7:7-Unentschieden des früher stattfindenden Duells zwischen dem JC Samurai Offenbach und dem direkten Konkurrenten um Platz zwei Judoclub Leipzig war schon im Vorhinein klar, dass die Esslinger sicher in die Finalrunde eingezogen sind. „Ich hoffe, dass Rübo bis zum Finale wieder fit wird. Es hätte keinen Sinn ergeben, ihn in einem Kampf einzusetzen, bei dem es für uns um nicht mehr viel geht“, sagte der KSV-Coach.

KSV-Judoka Etienne Zeiger tritt angeschlagen an

Die Esslinger Verletzungssorgen rissen aber auch während der 1. Runde des Kampfes nicht ab. So ging KSV-Judoka Etienne Zeiger angeschlagen in seinen Kampf gegen den Erlanger Kämpfer Maxim Koserog, hielt sich immer wieder die Schulter und bezwang seinen Gegner trotzdem per Ippon. „Vor der Rückrunde habe ich zu ihm dann gesagt, dass er so auf keinen Fall mehr auf die Matte gehen darf. So ging der Punkt dann an Erlangen“, erklärte Finkbeiner. Genauso verletzte sich KSV-Kämpfer Felix Kurz (Verdacht auf Muskelfaseriss in der Brust) im allersten Kampf der Partie und musste sich dadurch dem Erlanger Vlad Palamarciuc geschlagen geben (0:7). Trotz der schlechten Umstände kamen die Esslinger gut durch die Hinrunde des Kampftages. Nach der Niederlage von Kurz holten Lukas Klemm, Maximilian Schubert, Hugo Murphy sowie eben Zeiger fünf Ippon-Siege und brachten dem KSV eine 5:2-Führung zur Pause ein.

Danach fehlten Finkbeiner schlicht und ergreifend die Wechseloptionen, da aufgrund der verletzungsbedingten Ausfälle relativ klar war, welche Kämpfer zur Pause raus mussten. „Wir haben aber auch nicht so gekämpft, wie wir das uns vorgestellt haben. Wir mussten uns den Ausfällen anpassen und mussten dadurch eben auch den zweiten Anzug aufstellen“, sagte der KSV-Coach und fügte hinzu: „Nichtsdestotrotz können wir mit dem Unentschieden leben, weil wir unser Hauptziel, den Finaleinzug, erreicht haben.“ Ein Kompliment sprach er den Erlanger Judokas aus, die eine geschlossene Teamleistung auf die Matte brachten und ihr Team dauerhaft anfeuerten.

Halbfinale gegen den KSC ASAHI Spremberg

Diese Unterstützung benötigen die KSV-Kämpfer wenn sie die Reise am 7. Oktober zur Finalrunde in Abendsberg antreten, wo sie im Halbfinale auf den Nord-Ersten KSC ASAHI Spremberg treffen. Bis dahin hofft Trainer Finkbeiner, dass alle seine Kämpfer wieder fit sind und freut sich schon jetzt auf den Wettkampftag: „Spremberg hat über die Saison eine konstante Leistung gebracht, also wird es kein leichter Kampf für uns werden, aber wir wollen natürlich gewinnen“.

KSV Esslingen – TV 1848 Erlangen, Runde 1: 0:1 Kurz – Palamarciuc (0:7), 1:1 Heinle – Niklas(10:0), 2:1 Klemm – Schiebold (10:0), 3:1 Schubert – Schwob (10:0), 4:1 Murphy – Ustinov (10:0), 5:1 Zeiger – Koserog (10:0), 5:2 Schuhmacher – Werner (0:10).

Runde 2: 5:3 Dzavbatyrov – Himmelspach (0:10), 6:3 Pfeiffer – Niklas (10:0), 6:4 Häßner – Weinen (0:10), 6:5 Schubert – Schwob (0:10), 7:5 Kansy – Dotzler (10:0), 7:6 Zeiger – Koserog (0:10), 7:7 Schuhmacher – Werner (0:10).