Iron Man (Robert Downey jr., oben Mitte) und seine Avengers blicken diesmal in ein Schwarzes Loch. Foto: Walt Disney Germany - Walt Disney Germany

Der letzte Film der „Avengers“-Reihe endete tragisch. Nun ziehen die Superhelden in ihre letzte Schlacht. In ihrem actionreichen Fantasy-Abenteuer „Avengers: Endgame“ lassen es die Regie-Brüder Joe und Anthony Russo nochmal so richtig krachen.

EsslingenWohl noch nie in der Historie der US-Superheldenfilme hat ein Streifen im Publikum so viele offene Münder hinterlassen wie zuletzt „Avengers: Infinity War“. Der Film, der vor einem Jahr in die deutschen Kinos kam, überraschte mit einem ebenso melancholischen wie brutalen Ende: Mit einem Fingerstreich hatte Bösewicht Thanos (Josh Brolin) mal eben die Hälfte des Universums vernichtet. Dass dabei ein Teil des Superheldenteams der Avengers auch dran glauben musste, machte die Sache für Fans nicht eben einfacher. Nun ist die Spannung fast ins Unerträgliche gestiegen: Wie wird es weitergehen nach diesem unglaublichen Finale? Die Antwort liefern Joe und Anthony Russo nun in ihrem actionreichen Fantasy-Abenteuer „Avengers: Endgame“, einem drei Stunden langen Superhelden-Epos.

Der Anfang des neuen „Avengers“ ist von ähnlich nachdenklicher Art wie das atemberaubende Finale von „Infinity War“. Zwar gelingt es den verbliebenen Avengers, schnell und ziemlich überraschend mit Thanos abzurechnen. Das eigentliche Problem aber ist damit nicht gelöst: Wie bekommt man all die lieben Verwandten, all die Freunde und Weggefährten zurück, die Thanos im Vorgängerfilm pulverisiert hatte? Ausgerechnet „Ant-Man“ (Paul Rudd) hätte da eine Idee. Hat er doch die Apokalypse in einer Art Schwarzem Loch überlebt – einer physikalischen Anomalie, in der die Gesetze der Zeit außer Kraft gesetzt sind. Man bräuchte eine Zeitmaschine, das sieht schließlich auch Mastermind Iron Man (Robert Downey jr.) ein. Eine Maschine, mittels derer sich das Thanos’sche Unheil rückgängig machen lässt. Und so schicken sich unsere Helden Hawkeye (Jeremy Renner) und Black Widow (Scarlett Johansson), Hulk (Mark Ruffalo), Captain America (Chris Evans) und die anderen Überlebenden an, in der Vergangenheit ein paar menschenrettende Reparaturmaßnahmen vorzunehmen.

Der vierte „Avengers“ bleibt der bisherigen Linie treu: Seine Stärken liegen weniger in den teils kruden, nicht immer nachvollziehbaren Erzählsträngen, sondern in der liebevollen Figurenzeichnung. Der neue Film der Russo-Brüder fühlt sich an wie eine Mischung aus Psychotherapie, Familienzusammenführung und nostalgischem Blick gen Fotoalbum. Die Figurenfülle macht schwindlig. Kaum eine Figur aus den zurückliegenden drei „Avengers“-Filmen, die hier nicht erneut auftaucht. Das wird Fans erfreuen, Neueinsteiger dürfte die Masse an Charakteren, die Vielzahl an Anspielungen schier überfordern.

„Avengers: Endgame“, das ist eine Menge Unterhaltung, eine Menge Leinwanddrama, eine Menge Action. Kein Film der Reihe erforderte bisher so viel Sitzfleisch. Auch, wenn die Avengers als Team jetzt wohl tatsächlich erst mal von all der Leinwandarbeit ruhen dürfen: Das Marvel-Film-Universum dreht sich weiter. Für den Sommer ist ein neuer Spider-Man angekündigt: In „Far from Home“ soll es Peter Parker nach Europa verschlagen. Wenn man den Ankündigungen glauben darf, dann wird auch die von Scarlett Johansson verkörperte Black Widow in nicht allzu ferner Zukunft mit einem Solo-Film belohnt. Auch ein neuer „Black Panther“ ist angekündigt, zudem ein dritter Teil der „Guardians of the Galaxy“. Marvel-Fans also werden nicht darben. Einen großen Wermutstropfen indes müssen sie schon jetzt schlucken: Stan Lee, der große, im November verstorbene Comic-Erfinder, hat in „Endgame“ seinen wohl letzten (indes wieder sehr überraschenden, wieder hübsch-skurrilen) Kurzauftritt.

Die Avengers schicken sich an, das von Bösewicht Thanos verursachte Unheil wieder rückgängig zu machen. Hulk, Black Widow, Iron Man, Captain America, Captain Marvel und viele andere sind in „Avengers: Endgame“ dabei.

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