Jede Minute könnte die letzte sein, das weiß Stefania Schnitzer. Sie ist an Hautkrebs erkrankt, der gestreut hat. Foto: Gottfried Stoppel

In Zeiten der Corona-Krise ist das Sterben noch einsamer geworden. Nur wenige Angehörige dürfen die Todkranken begleiten. Im Hospiz Veronika in Eningen ist das anders. Stefania Schnitzer empfindet ihre letzten Tage dort wie „einen Sechser im Lotto“.

Reutlingen - Es ist die Wärme, die ihr fehlt. Was hätte sie gegeben für ein einziges Küsschen ihrer fünfjährigen Enkelin, für eine Umarmung des Sohns. „Jetzt verstehe ich, was Einzelhaft für Gefangene bedeutet“, sagt Stefania Schnitzer und hat alle Mühe, die Tränen zurückzuhalten. Die Hölle seien die zwei Wochen im Pflegeheim gewesen. Wegen Corona durfte sie keinen Besuch empfangen, sie habe kaum Ansprache gehabt, alles sei neu gewesen. „Ich habe meinem Sohn auf Whatsapp geschrieben, dass er mich rausholen soll, sonst springe ich vom Balkon“, sagt sie und setzt sich aufrecht in ihrem elektrischen Liegesessel. „Ich hätte es gemacht.“

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