Und wieder ein schneller Angriff: Derya Baskaya auf dem Weg zu einem ihrer acht Tore. Foto: Rudel - Rudel

Die SG hält lange mit.

DenkendorfMarkus Weisl raufte sich die Haare, Steffen Irmer-Giffoni atmete tief durch. Die Württembergliga-Handballerinnen der SG Hegensberg/Liebersbronn lagen im Derby bei der HSG Deizisau/Denkendorf vier Minuten vor dem Spielende nur mit 21:23 zurück. Nur, denn die SG war als Schlusslicht beim Sechsten klarer Außenseiter. Zwei leichte technische Fehler, auf der anderen Seite ein Tor von Anna Tonn zum 24:21 – und das war es mit einer möglichen Überraschung. 25:22 (12:11) hieß es am Ende für Deizisau/Denkendorf.

Wenn sich der Sechste gegen den Letzten so schwer tut, dann zeigt das auch, wie eng es in der Liga zugeht. SG-Trainer Weisl aber bringt diese Erkenntnis nicht viel. „Wir haben über 60 Minuten einen Kampf geboten. Jede Woche sind wir nah dran und verlieren doch. Dafür kann ich mir nichts kaufen“, sagte er enttäuscht. HSG-Coach Irmer-Giffoni stand daneben und erklärte: „Es hätte auch kippen können. Das zeigt: Für uns gibt es keine leichten Spiele.“ Und so geht die Blickrichtung der beiden Teams, die an diesem Tag von der Leistung eng beienander lagen, in entgegengesetzte Richtungen: „Wir wollen noch den einen oder anderen Platz klettern“, sagte Irmer-Giffoni und hat auch schon die kommende Saison im Kopf, in der es – falls die geplante Spielklassenreform kommt – um die Qualifikation für die eingleisige Württembergliga ab der Spielzeit 2020/2021 geht: „Da gehören wir auch hin.“

Für Hegensberg/Liebersbronn wird derweil die Wahrscheinlichkeit immer größer, dass das Team in der kommenden Runde wieder der Landesliga angehört. „Die Gefahr ist uns allen bewusst“, sagte Weisl, will aber nicht aufgeben. In der kommenden Woche tritt die SG gegen Tabellenführer TV Reichenbach an, dann geht es nach Zizishausen zum Kellerduell.

Dass aber auch die Reichenbacherinnen Hegensberg/Liebersbronn nicht unterschätzen dürfen, werden sie beim Videostudium des Spiels in Denkendorf erkennen. Nur in der Anfangsphase sah es nach einer klaren Angelegenheit aus. Es fielen wenig Tore, bis zur 14. Minute aber sechs auf der einen und nur zwei auf der anderen Seite. Dann kämpfte sich die SG jedoch heran, lag zur Pause nur mit einem Tor zurück und hielt die Begegnung trotz der Roten Karte gegen Lisa Bauer (45.) bis zu Tonns Treffer dreieinhalb Minuten vor Schluss offen. Die Durchschlagskraft im Angriff war am Ende der Unterschied zwischen den beiden Teams. Für Weisl war es zum Haareraufen, Irmer-Giffoni konnte tief durchatmen.

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