30 solcher Info-Ständer hat der Obstlehrpfad in Lobenrot. Quelle: Unbekannt

Was es mit der „Weingifterin“ auf sich hat? Wie die „Adlerkirsche von Bärtschi“ aus der Schweiz in den Mittleren Neckarraum kam? Warum der „Rewena“-Apfel aus der früheren DDR bei den Obstbauern nach wie vor so beliebt ist? Auf all diese Fragen gibt der neue Obstsortenlehrpfad in Lobenrot profunde Antworten. Am Ortsausgang Richtung Stetten haben Heinz Scharpf und sein Sohn Alexander 30 Ständer mit Informationstafeln aufgestellt, die Auskunft geben über die unterschiedlichen Sorten. Woher stammen die Obstbäume? Welche Ansprüche stellen sie an den Standort? Wann ist die Frucht reif? Wofür verwendet man sie am besten? Mit kurzen Beschreibungen klären die Tafeln umfassend auf.

AichwaldWas es mit der „Weingifterin“ auf sich hat? Wie die „Adlerkirsche von Bärtschi“ aus der Schweiz in den Mittleren Neckarraum kam? Warum der „Rewena“-Apfel aus der früheren DDR bei den Obstbauern nach wie vor so beliebt ist? Auf all diese Fragen gibt der neue Obstsortenlehrpfad in Lobenrot profunde Antworten. Am Ortsausgang Richtung Stetten haben Heinz Scharpf und sein Sohn Alexander 30 Ständer mit Informationstafeln aufgestellt, die Auskunft geben über die unterschiedlichen Sorten. Woher stammen die Obstbäume? Welche Ansprüche stellen sie an den Standort? Wann ist die Frucht reif? Wofür verwendet man sie am besten? Mit kurzen Beschreibungen klären die Tafeln umfassend auf.

Wanderer und Radfahrer bleiben dort gerne mal stehen, um das eine oder andere nachzulesen. Und wenn sie Glück haben, treffen sie sogar einen der beiden Obstbauern an, die nicht weit von dem kleinen Naturparadies entfernt wohnen. „Toll, dass sich so viele für unsere Arbeit interessieren“, sagt Alexander Scharpf. Schon im Frühjahr hat der 42-Jährige zusammen mit seinem Vater und der Hilfe eines Nachbarn die Idee des Obstlehrpfads umgesetzt. Die Menschen dafür zu sensibilisieren, welche Schätze und Genüsse die heimische Natur hervorbringt, und vor allem alte Sorten zu erhalten, die kaum einer mehr kennt, das haben sich die Scharpfs zum Ziel gesetzt. Zum Beispiel den seit 1820 kultivierten Heslacher Gereutapfel, auch Kräuterapfel genannt. Oder die bereits oben erwähnte Adlerkirsche von Bärtschi, die Heinz Scharpf vor etwa 30 Jahren am Waldrand gefunden hat und seither bei sich im Obstgarten zieht.

Qualität wird gut bezahlt

Die Liebe zum Obst hat der 73-Jährige in die Wiege gelegt bekommen. Seit Generationen baut die Familie, deren Ursrpünge sich bis um 1500 zurückverfolgen lassen, rund um den kleinen Aichwalder Ortsteil Lobenrot Obst an. Heute allerdings nur noch im Nebenerwerb. Heinz Scharpf hatte sich für den Beruf des Landschaftsbauers entschieden und war viele Jahre im Bauhof der Gemeinde beschäftigt. Alexander, der jüngste seiner zwei Söhne, ist gelernter Fernwerktechniker und führt die Familientradition mit großem Engagement fort. Scharpf ist darüber sehr froh, merkt aber gleich an: „Ich hab` ihn nie dazu gezwungen.“ Schon als Dreijähriger sei er auf dem Feld dabei gewesen, etwa beim Baumsetzen. Übernommen hat Alexander von seinem Vater auch die Vorliebe für alte Obstsorten. Angetan hat es ihm zum Beispiel die Champagner Bratbirne. „Die war früher auf dem Schwurwald sehr verbreitet“, erzählt sein Vater. Mit Bratbirnenmost habe man ein ganz gutes Geld verdient. Doch vor etwa 20 Jahren seien die meisten der großen Bäume wegen eines Feuerbrand-Befalls eingegangen.

Heute besinnt man sich wieder mehr und mehr dieser und anderer ursprünglichen Sorten. Auch deshalb, weil es Abnehmer wie Jörg Geiger in Schlat bei Göppingen gibt, die sortenreines Obst sehr schätzen. In seiner Manufaktur stellt er gefragte Produkte wie Bratbirnensekt oder auch alkoholfreie Getränke her. Für Alexander Scharpf ist das zwar ein langer Anfahrtsweg, trotzdem zahlt sich die Kooperation für ihn aus. Da bekomme er für sortenreine Qualitätsäpfel schon mal 25 Euro pro Zentner, berichtet der 42-Jährige. Zum Vergleich: Für normale Äpfel erlöst er derzeit nur magere drei Euro. Viel zu wenig, wenn man bedenkt, wie viel Arbeit der Obstanbau macht. 180 Streuobst-Bäume bewirtschaften Scharpfs auf ihren Äckern. Verarbeitet werden sie zu Saft, Most oder Schnaps. Daneben bauen sie an 120 weiteren Bäumen Tafelobst an, das mühsam von Hand gepflückt werden muss.

Ernte könnte kaum besser sein

Die Ernte fällt dieses Jahr reichlich aus. Viele Bäume hängen so voll, dass die Äste wegen der Last der Früchte gestützt werden müssen. 2017 hatten Fröste im Frühjahr in den Obstplantagen große Schäden angerichtet. „Da haben wir gerade mal fünf Tonnen Obst aufgelesen“, berichtet Heinz Scharpf. Dieses Jahr schätzt der 73-Jährige die Streuobst-Ernte auf 18 bis 20 Tonnen.

Weil es diesmal Obst in Massen gibt, habt sich die Familie entschieden, erstmals vor dem Haus in Lobenrot einen Verkaufsstand aufzustellen. Das Geschäft läuft gut. Denn immer mehr Verbraucher schätzen die Qualität direkt vom Hof.

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