Von der Zukunft des Kraftwerks hängt in Altbach vieles ab. Foto: Dietrich - Dietrich

Die eine oder andere kräftige Stichelei ist schon mal zu vernehmen, aber dass sich Bürgermeister und Gemeinderäte oder die Gemeinderäte untereinander regelrecht angiften, das ist im Gegensatz zu manch anderen Orten in Altbach nicht zu erleben. So gibt es auch bei der Kinderbetreuung einen Konsens.

AltbachWir kümmern uns drum.“ Dieser Satz ist in die Altbacher Geschichte eingegangen – als Versprechen des jüngst verstorbenen Walter Stetter, Bürgermeister von 1966 bis 2001. Ihm folgte bis Ende 2017 Wolfgang Benignus, nach dessen Ruhestand nun Martin Funk. Die ruhigen Fahrwasser bei den Bürgermeistern gelten auch für den Gemeinderat: Die eine oder andere kräftige Stichelei ist schon mal zu vernehmen, aber dass sich Bürgermeister und Gemeinderäte oder die Gemeinderäte untereinander regelrecht angiften, das ist im Gegensatz zu manch anderen Orten in Altbach nicht zu erleben.

Eine Zeit lang bestand zwischen den drei Fraktionen CDU, SPD und UWV Gleichstand, jede hatte sechs Sitze. Dann gab es 2009 eine Verschiebung. Die UWV gewann einen Sitz hinzu und die SPD verlor einen. So blieb es 2014. Andere Parteien? Bisher durchweg Fehlanzeige.

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Die Arbeit ist in der Regel sehr sachorientiert, teils gibt es einen fraktionsübergreifenden Konsens. Einer davon gilt der Kinderbetreuung, sie ist allen gleichermaßen wichtig. Als beispielsweise die SPD ihr Vorhaben „Waldkindergarten“ vorantrieb, zogen die anderen Fraktionen mit. Der Konsens gilt auch dann noch, wenn es richtig teuer wird, wie beim Kinderhaus Vogelwiesen.

Beim neuen Rathaus hat die Gemeinde Altbach mehrfach Glück gehabt. Zum einen begann sie mit dem Projekt, bevor der steuerliche Totalausfall des Altbacher Kraftwerks abzusehen war. Zwei, drei Jahre später wäre das Projekt womöglich tot gewesen. Als Teil des Sanierungsgebiets im Ortskern gab es ordentlich Zuschüsse. Und für das bisherige Rathaus fand die Gemeinde mit einer Steuerkanzlei schnell und reibungslos einen angemessenen Nachnutzer, der das Gebäude bereits für seine Zwecke umbaut. Anders ist es beim ehemaligen Jagdschlösschen, dessen weitere Nutzung steht noch nicht genau fest. Noch ein Problem: Seit der Bauabnahme kämpft die Gemeinde um die Beseitigung der letzten baulichen Mängel des neuen Rathauses.

In vielem ist die Gemeinde von Entwicklungen abhängig, die sie kaum beeinflussen kann. Fällt das Kraftwerk tatsächlich langfristig als Gewerbesteuerzahler aus, wird es finanziell ziemlich finster. Die Gemeinde versucht, durch die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe für Ersatz zu sorgen. Der rapide Wandel der Schullandschaft ließ der 6000-Einwohner-Gemeinde nur eine Grundschule übrig. Beim Schülertransport zu weiterführenden Schulen gibt es immer wieder Ärger mit überfüllten Bussen, Ausfällen und Verspätungen. Altbach hätte, als zweiter Standort des Peoplemovers nach Pfullingen, beim „Leutelupfer“ zur Modellgemeinde werden können. Doch die Erwartungen erfüllten sich leider nicht. Der Spezialaufzug fiel oft aus und etliche Zeitgenossen missbrauchten ihn als Toilette. So wurde es ruhig um die schwäbische Erfindung. Ihre Infrastruktur hat die Gemeinde Altbach stets gut in Schuss gehalten, was sich auch im sinkenden Energieverbrauch für Licht und Heizung niederschlug. Abzusehen sind nötige Investitionen ins Feuerwehrhaus. Das Jugendhaus ist eigentlich ein Containerprovisorium, das nach einem Ersatz verlangt, vor allem in zunehmend heißen Sommern.

„Wie kann trotz der schwierigen finanziellen Situation die gemeindliche Infrastruktur erhalten und zeitgemäß angepasst werden?“: So fasst Bürgermeister Martin Funk die Herausforderung zusammen. Neben dem Feuerwehrmagazin nennt er Straßen, Wasser und Abwasser. Die enormen Beträge, die für letztere immer wieder anfallen, werden häufig unterschätzt, und hinterher sieht man nicht, wo sie geblieben sind. Gut zu sehen ist, was auf dem Areal Hammelehle geschieht. Dort entstehen 39 barrierefreie Eigentumswohnungen. Hinzu kommt dort ein Pflegeheim mit 60 Plätzen.

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